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Landeszeitung

25. April 2017 | 01:06 Uhr

Geschichte der „Pillendreher“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gisela Bock zeigt Interessierten Nortorfs „dritte“ Apotheke

Wie viele Apotheken hat Nortorf? Wer jetzt mit dem Brustton der Überzeugung „zwei“ sagt, der hat nur fast Recht. Neben den zwei bekannten Apotheken in der Innenstadt gibt es noch eine dritte. Die ist sogar königlich privilegiert – allerdings ist die Ausstattung schon etwas veraltet.

Nortorfs dritte Apotheke steht im ersten Stock des Museums und ist selbstverständlich nicht mehr in Betrieb. Doch immer dann, wenn Interessierte einen Blick in die Geschichte des „Pillendrehens“ werfen möchten, greift Gisela Bock zu Töpfen, Tiegeln und Waagen und präsentiert die Medikamentenherstellung vergangener Zeit. Viele der Exponate stammen aus dem 19. Jahrhundert, doch auch etwas modernere Stücke finden sich im Museum. Als gelernte Apothekenhelferin ist die Rentnerin prädestiniert für solche Vorführungen, „und wir sind sehr glücklich, eine Fachkraft im Team zu haben“, betont Lutz Bertram, 1. Vorstand des Fördervereins des Nortorfer Museums.

Mit viel Fachwissen und noch mehr Herz zeigt Gisela Bock, wie mit Hilfe von heute nicht mehr gebräuchlichen Apparaturen Salben und Pillen hergestellt wurden, wie mit einer Formalin-Lampe für Hygiene gesorgt wurde und welche Kennzeichnung für besonders giftige Substanzen galt. Auch die zum Teil winzigen Gewichte, mit denen man Rezepturen abmaß, sind immer wieder ein Aspekt ihres Vortrages. „Vieles kannte ich selbst schon aus meiner beruflichen Laufbahn“, erzählt Bock. „Doch von manchen Substanzen, deren Name auf alten Flaschen zu lesen ist, hatte ich vorher noch nie gehört.“ So füllte sie in eigener Recherche die Wissenslücken und bietet ihren Zuhörern nun einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Medikamentenherstellung – in Nortorfs „dritter“ Apotheke.

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