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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 05:03 Uhr

Nur der HSV : Fußballfest am Nobiskrug im Zeichen der Raute

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

3700 Zuschauer sehen den 3:1-Erfolg des Hamburger Sportvereins gegen Lyngby BK Kopenhagen.

Kurz nach halb fünf gestern Nachmittag. Auf dem Parkplatz an der Nordmarkhalle stehen Autos mit Rendsburger Kennzeichen, einige kommen aus Schleswig, ein paar aus Dänemark. Aus Hamburg sind dagegen kaum welche gekommen. Der Rundgang macht deutlich: Das Spiel gegen Lyngby Kopenhagen ist ein Geschenk an die HSV-Fans aus der Region.

Und die sind gestern in Massen gekommen. 3700 Besucher fanden den Weg in das alte Nobiskrug-Stadion. „Uff, wie voll das hier ist“, sagt René Fangohr. „Das wird man hier so bald nicht mehr erleben.“ Das Spiel, das mit zehn Minuten Verspätung beginnt – der HSV steckte im Stau auf der A7 fest – guckt Fangohr auf Grasnarbenhöhe vom Spielfeldrand. Und stellt bald darauf überrascht fest, dass ganz nah dran doch nicht unbedingt die beste Perspektive bietet. „Die Sicht hier vorne ist ganz schön bescheiden“, sagt er.

Am deutlichsten merkt man am Zugang zum Kabinentrakt unter der Holztribüne, dass dies keines der Spiele ist, die hier normalerweise stattfinden. Denn davor stehen bärtige, muskulöse Männer mit grimmigem Blick, die keinen Zweifel daran lassen, dass sie jeden des Feldes verweisen, der den Kabinen der beiden Erstligisten zu nahe kommt. Bei aller Fan-Nähe, die gestern gelebt wurde: Die Kabinen bleiben Sperrgebiet für alle, die keinen Spielerausweis haben oder Trainer sind.

Weit entfernt von den Umkleiden stehen Adam und sein Vater Amin Rekik auf der Mauer hinter dem Gästetor. Adam feuert mit kieksiger Stimme und selbstgebastelten Schlachtrufen die Hamburger an. „Schnell, HSV, mach ein Tor kaputt“, ruft er zur Freude der Zuschauer um ihn herum. Adam ist zweieinhalb Jahre alt und es ist das erste Fußballspiel, das er live sieht. Nach dem Gesetz der Fan-Vererbungslehre, das besagt, dass man später Anhänger des Vereins wird, zu dem einen die Eltern an der Hand mitgenommen haben, wird Adam also einmal HSV-Fan werden.

Auch wenn für die meisten Zuschauer nicht das Ergebnis wichtig ist, sondern das Ereignis: Marco Jerzembeck spricht 20 Minuten vor Spielende beim Stand von 1:1 das aus, was einige Fans denken. „Der HSV spielt, als ob er die ganze letzte Woche Zirkeltraining gemacht hätte.“ Müde und nicht eingespielt. Kurze Zeit später steht es 3:1 für die Hamburger. Das Ergebnis wird mit einem friedlichen Platzsturm gefeiert.  

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erstellt am 16.Aug.2016 | 09:33 Uhr

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