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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 02:57 Uhr

Abschied vom „Lappen“ : Führerschein-Tausch früher als erwartet

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Alte Fahr-Lizenzen aus Papier nur noch einige Jahre gültig. Schon ab 2021 müssen Fahrer zur europaweit gültigen Variante wechseln.

Die Tage des Führerscheins auf Papier sind gezählt. Wer noch einen alten grauen „Lappen“ oder die rosafarbene Variante in der Brieftasche hat, muss das Dokument gegen einen Führerschein im Scheckkartenformat umtauschen – und das in vielen Fällen bereits früher als erwartet. Bis vor zwei Wochen war noch davon die Rede, dass alle Führerscheine bis zum Jahr 2033 getauscht werden müssen. Nun sieht es aber so aus, dass die ersten Scheine bereits in weniger als fünf Jahren an der Reihe sind. Mit den Plänen kommt eine große Tausch-Welle auf die Bürger und die Verwaltung im Kreis Rendsburg-Eckernförde zu.

Hintergrund ist eine EU-Verordnung, nach der alle Fahrerlaubnis-Dokumente in der Europäischen Union ab 2033 gleich aussehen müssen. Zig Millionen Fahrer in Deutschland sind betroffen, im Kreis sind es Tausende. Damit nicht alle Betroffenen erst kurz vor Ende der Frist nachkommen, soll die Tausch-Pflicht nun gestaffelt werden. Das empfiehlt der Verkehrsausschuss des Bundesrates zumindest nach erster Beratung von Anfang Juli dem Bundestag.

Das hat zur Folge, dass die alten grauen und rosafarbenen Führerscheine nach Geburtsjahr des Inhabers umgetauscht werden sollen. Die Jahrgänge 1953 bis 1958 kommen zuerst. Diese Bürger müssen ihre Papier-Lizenzen spätestens am 19. Januar 2021 umgetauscht haben, danach ist ihr alten „Lappen“ nicht mehr gültig. Die Staffelung (siehe Info-Kasten rechts) wird bis zum Ausstellungsjahr 1998 fortgeführt, denn ab 1999 wurde bereits die erste Generation der Kartenführerscheine ausgegeben. Die sollen im zweiten Schritt umgewandelt werden, denn selbst die neuen Lizenzen entsprechen größtenteils noch nicht den aktuellen Vorschriften, die seit dem 19. Januar 2013 eine Befristung der Fahrerlaubnis von 15 Jahren vorsehen. Wessen Karte zwischen 1999 und 2000 ausgestellt wurde, muss sie bis zum 19. Januar 2025 in die befristete Variante umgewandelt haben. Diese Zwei-Jahres-Staffel setzt sich fort (siehe Info-Kasten). Barbara Rennekamp, Leiterin des Fachdienstes Allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr, empfiehlt dringend, die Frist nicht bis zum letzten Tag abzuwarten, denn dann müsse der Wechsel schon vollzogen sein. Den Austausch nehmen die sechs Mitarbeiter der Fahrerlaubnisbehörde im fünften Stock des Kreishauses an der Kaiserstraße 8 in Rendsburg vor. Künftig werden sie vermutlich einen oder zwei Kollegen zur Verstärkung bekommen, so lautet jedenfalls die Empfehlung aus Berlin. Denn der Verwaltungsaufwand ist laut Rennekamp hoch. Vor allem, weil die Führerscheine nach 15 Jahren erneuert werden müssen. Das dient der Fälschungssicherheit. Zudem wird jedes Mal ein aktuelles Passfoto berücksichtigt. „Es handelt sich nur um den Austausch des Dokuments, eine erneute Fahrprüfung oder ähnliches ist damit nicht verbunden“, beruhigt Barbara Rennekamp. Für die Ausstellung eines neuen Führerscheins berechnet die Verwaltung 24 Euro.

Übrigens: Alle Bürger, die vor 1953 geboren sind, können die volle Frist bis zum Jahr 2033 auskosten. In der Begründung des Verkehrsausschusses heißt es: „Damit soll ihnen erspart werden, ihren Führerschein umtauschen zu müssen, obwohl altersbedingt nicht sicher ist, ob sie nach dem Stichtag des 19. Januar 2033 von ihrer Fahrerlaubnis Gebrauch machen möchten und dafür einen weiter gültigen Führerschein benötigen.“

Bei der Regelung handelt es sich noch um eine Empfehlung an den Bundestag. Barbara Rennekamp rechnet jedoch fest damit, dass die Vorschriften im September beschlossen werden.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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