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Landeszeitung

30. August 2016 | 05:09 Uhr

Fröhliche Feier an friedlicher Stätte

vom

Mittelalterliches Lager mit 70 Mitwirkenden beim Grönsfurth-Fest / Gedenkstein erinnert an Verhandlungen vor 1200 Jahren

Fockbek | Die Klänge der Drehleier waren schon von weither zu vernehmen. Sie stimmten die angesichts der drückenden Hitze in gemächlichem Tempo auf die Wiese an der Eider zuschlendernden Besucher auf die Zeitreise ein, die sie gleich antreten würden: Zum zweiten Mal wurde mit dem Grönsfurth-Fest an die Friedensverhandlungen an diesem Schauplatz vor 1200 Jahren erinnert. 16 mittelalterliche Lager mit insgesamt 70 Darstellern aus ganz Schleswig-Holstein, aus Hamburg und Berlin hatte Peter Noack alias Bauer Rusticus als Ideengeber und Mitorganisator der Veranstaltung an die geschichtsträchtige Stätte mitgebracht.

Fockbeks amtierende Bürgermeisterin Ilka Schröder begrüßte die Gäste auch im Namen ihrer Kollegen aus den anliegenden Gemeinden Rendsburg, Schülp/R. und Westerrönfeld, Pierre Gilgenast, Wolfgang Wachholz und Hans-Otto Schülldorf. Dabei gab sie ihrer Freude darüber Ausdruck, dass es erneut gelungen sei, das Lager am früheren Grenzgewässer zwischen den Reichen der Wikinger und Franken auf die Beine zu stellen. Gewürdigt wurde die Arbeit von Dr. Anke Feiler-Kramer. Ihre Veröffentlichung hatte die Idee, diesen besonderen Ort als Kulturdenkmal einzurichten, erst wiederbelebt.

Bis zu der Arbeit der Archäologin habe man nicht gewusst, wo die Eider einst überquert worden sei, erinnerte auch der dänische Generalkonsul Dr. Henrik Becker Christensen an deren Verdienste. Honorarkonsul Götz Bormann pflichtete dem bei: Bei diesem mittelalterlichen Spektakel könne man eine Vorstellung davon gewinnen, wie die Abgesandten beider Seiten den Grundstein für eine lange gemeinsame friedvolle Geschichte legten.

"Lagerchef" Peter Noack und der Fockbeker Kulturausschussvorsitzende Klaus Jung übernahmen die Führung der Gäste durch das Gelände. Während des schweißtreibenden Rundgangs demonstrierte Bauer Rusticus pfiffig, wie aus einem Filzhut mit Hilfe von Wasser eine Klimaanlage wird. Freischaffende Handwerkskünstler und Artisten boteln ihre Waren feil und demonstrierten ihre Geschicklichkeit. "Keine Meile ohne Seile" sei das Motto seiner Zunft, informierte Seiler Karl von Puttkamer an der Reeperbahn. Der zwölfjährige Darius Noack bewies seine Fingerfertigkeit im Sohlenmachen an der Ziehbank, die Kräuterfee stellte vor Publikum Salben her. Die Spinnerin zeigte, wie aus Zupfwolle vom Feld per Handspindel oder Spinnrad ein Faden wird. An einem anderen Stand war zu erfahren, dass auch aus Schneckenhäusern und Muscheln geschmackvolle Schmuckstücke werden können. Im Wikinger-Wurfspiel und Bogenschießen durfte sich jeder versuchen. Protest gab es allerdings, als "die Bauchtänzer" vorgestellt wurden: "Wir sind Sarazenen, die auch tanzen". Und am Rande des Lagers kreuzten zwei dunkel gekleidete Kämpfer die Klingen.

Am Wegesrand wurde feierlich ein Stein enthüllt. Mit den Jahreszahlen 811 und 813 soll er künftig Wanderer an das Geschehen an der Grönsfurth vor 1200 Jahren erinnern.

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erstellt am 29.Jul.2013 | 03:59 Uhr

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