zur Navigation springen

Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 02:12 Uhr

Kanaltunnel Rendsburg : Freigabe nach 1527 Tagen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Warten nach jahrelangen Bauarbeiten hat endlich ein Ende: In der Nacht auf den 1. Oktober wird der Verkehr in die sanierte Tunnelhälfte umgeschwenkt. Doch wie es dann weitergeht, ist noch unklar.

Die seit über vier Jahren gesperrte Oströhre des Kanaltunnels wird am 1. Oktober für den Verkehr freigegeben. Über entsprechende Pläne hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau gestern die Öffentlichkeit informiert. Zu Wochenbeginn hatten Experten des Tüv Nord die Oströhre einer letzten Prüfung unterzogen. Ein abschließendes Attest liegt nach der dreitägigen Untersuchung noch nicht vor. Die Prüfer signalisierten der Kanalverwaltung auf Grundlage von Teilergebnissen jedoch, dass einer Freigabe nun nichts mehr im Wege steht.

Vorgesehen ist, dass der 640 Meter lange Straßentunnel in der Nacht von Freitag, 30. September, auf Sonnabend, 1. Oktober, komplett gesperrt wird. In dieser Zeit wird der Verkehr von der alten Weströhre in die sanierte Oströhre umgeschwenkt. Das sagte Sönke Meesenburg, Leiter der für das Großprojekt zuständigen Planungsgruppe in der Kieler Behörde. Die Oströhre war am 27.    Juli 2012 zur Baustelle erklärt worden. Legt man den Sonnabend in zwei Wochen als Termin der Freigabe zugrunde, hat die Erneuerung dieses Tunnelabschnitts 1527 Tage gedauert.

Nach Meesenburgs Angaben steht ab Oktober zunächst eine Reinigung und gegebenenfalls eine Reparatur der Weströhre auf dem Programm. Sie musste in den vergangenen Jahren den gesamten Verkehr bewältigen, der sich auf der Bundesstraße 77 unter der Wasserstraße hindurchzwängt. Erst wenn diese Arbeiten erledigt seien, könne man zwischenzeitlich wieder vier Fahrbahnen freigeben, so Meesenburg. Zwei bis vier Wochen veranschlagt man im Amt, um die alte Röhre einer vereinfachten Bauwerksprüfung zu unterziehen, Asphalt auszubessern und die Unterwasserstraße besenrein zu machen.

Die anschließende Vierspurigkeit ist befristet. Mit den Baufirmen muss noch ein Fahrplan für die Erneuerung der zweiten Röhre ausgearbeitet werden. Verhandelt wird seit Monaten. Man sei noch zu keinem Ende gekommen, so Meesenburg. Wann die „Sanierung West“ beginnt, konnte er nicht abschätzen. Und wie lange wird Teil zwei des Großprojekts wohl dauern? Im Frühjahr hatte der Planungsgruppen-Leiter noch von „zweieinhalb Jahren“ gesprochen. Auf dieser Grundlage war Anfang 2019 als frühestmöglicher Fertigstellungstermin prognostiziert worden. Angesichts der neuen Verzögerungen in diesem Sommer und den sich hinziehenden Verhandlungen mit dem Baukonsortium rückt jetzt das Jahr 2020 immer näher. Meesenburg wollte sich gestern nicht mehr festlegen. „Einen Zeitrahmen kann ich erst nennen, wenn ich die Vereinbarung mit den Firmen kenne.“

Bürgermeister Pierre Gilgenast zeigte sich erleichtert, „dass die Oströhre nach so langer Zeit freigegeben werden kann und es einen erkennbaren Baufortschritt gibt“, sagte er nach dem zweiten Koordinierungstreffen mit Vertretern der Kanalverwaltung und der Region. Auch die Wirtschaft nahm daran teil. Sebastian Schulze vom Unternehmensverband Mittelholstein äußerte sich nach der Klausur zufrieden: „Es wurde deutlich, dass große Anstrengungen unternommen werden, die Belastungen für Autofahrer so gering wie möglich zu halten.“ Bereits die zwischenzeitliche Vierspurigkeit spätestens ab November sei eine große Entlastung.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Sep.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen