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Landeszeitung

06. Dezember 2016 | 13:15 Uhr

Überraschendes Saisonende : „Football für einige zu schmerzhaft“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Headcoach Malte Kühl nennt Gründe für den Rückzug der Rendsburg Knights aus der Verbandsliga. Jugendarbeit steht im Fokus.

Überraschendes Saisonende für die Knights: Die Rendsburger Ritter hätten am Sonntag bei den Hannover Grizzlies auflaufen sollen, doch nach der Hälfte der Saisonspiele in der Football-Verbandsliga legen sie die Rüstung ab und hissen die weiße Flagge.

Im Interview mit Redakteur Torge Meyer nahm Headcoach Malte Kühl zum frühzeitigen Saison-Aus Stellung, nennt die Gründe für den überraschenden Rückzug und wagt auch einen Blick in die Zukunft.

Was hat den Ausschlag gegeben, mitten in der Saison den Football aus der Hand zu legen und die Segel zu streichen?
Wir haben momentan einfach zu viele Verletzte oder angeschlagene Spieler. Football ist ein Kollisionssport. Gerade als Line-Spieler fühlt man sich am Tag nach einem Spiel wie nach einem kleinen Autounfall.

Das heißt?

Blaue Flecken, Muskelschmerzen, die eine oder andere Prellung. Da braucht man Zeit zum Regenerieren. Deshalb haben die Kader von Footballteams schon eine Größe von rund 50 Spielern. Weiterhin braucht man mentale Härte und Ausdauer, um so eine Saison durchzustehen.

Und die hatten Sie nicht?

Nicht jeder bringt diese Fähigkeit mit. Wir hatten im Winter durch Football im Free-TV einen gewissen Football-Boom mit vielen neuen Spielern. Einige von ihnen sind geblieben, andere haben schnell wieder aufgehört, als sie festgestellt haben, dass der Sport schmerzhaft sein kann.

Wie schwer fiel diese Entscheidung?

Ich habe mir mit dem Vorstand den Prozess der vergangenen Wochen angeschaut. Habe gegen Heide selbst auf dem Feld gestanden, gegen Hamburg sind wir mit knapp mehr als 20 Spielern angetreten. Am Ende des Spiels wussten wir kaum noch, wen wir einwechseln sollten. Der Punkt ist einfach erreicht, an dem die Gesundheit vorgeht.

Was nehmen Sie als Coach aus den fünf Hinrunden-Niederlagen mit?
In Rendsburg habe ich einen Kern von Spielern, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann. Die Jungs gehen den ganzen Weg, egal was da kommt. Besonders in harten Zeiten, wie wir sie gerade durchmachen, schweißt das das Team zusammen. Das ist die Basis für die kommenden Jahre.

Es war also kein Fehler, als Headcoach nach Rendsburg zu kommen?
Auf keinen Fall. Ich konnte die Spieler, die sich darauf eingelassen haben, weiterentwickeln und bin selbst an der Aufgabe gewachsen. Das ist alles, was zählt.

Haben Sie die personelle Situation unterschätzt?
Ich habe vielleicht unterschätzt, dass nicht jeder die Leidenschaft für den Sport teilt und nicht jeder die gleiche Menge an Zeit aufbringen kann.

Wie meinen Sie das?

Football kostet viel Zeit. Bei zwei Trainingseinheiten in der Woche und nur wenigen Wochen zwischen den einzelnen Spielen ist es fast verpflichtend zum Training zu kommen, damit man taktisch abgestimmt ist. Einige sehen Football als ein Hobby, das sie nebenbei machen können. Diesen Anspruch sollte man nicht mitbringen. Neben dem Training auf dem Rasen sollten die Spieler im Fitnessstudio am Muskelaufbau arbeiten. Man darf nicht vergessen, dass es nicht nur um die Kraft geht, sondern auch darum, dass ein fitter Körper besser vor Verletzungen geschützt ist.

Was bedeutet das vorzeitige Saison-Aus für die Zukunft des Footballsports am Kanal?
Das hat meiner Meinung nach keine großen Auswirkungen. Klar haben wir jetzt länger Pause und müssen eine Liga tiefer in der Landesliga spielen. Dafür können wir das Gerüst, auf dem der Rendsburger Football steht, verstärken und weiter ausbauen.

Wie viele Ritter bleiben Rendsburg treu?
Wir werden in diesem Jahr vielleicht ein bis zwei Abgänge zu anderen Teams haben. Vielleicht hängen auch einige den Helm an den Nagel. Aber da wir ständig Zu- und Abgänge haben, ist es wichtig, den Neuen ein solides Training zu liefern und sie vom Sport zu überzeugen.

Wie sieht Ihr Fahrplan für die nächsten Monate aus?
Wir machen zu unserem normalen Trainingszeiten Anfängertraining, das ideal ist, um den Sport kennenzulernen. Wer Football ausprobieren möchte, ist montags und mittwochs von 19 bis 21 Uhr auf dem Nobiskruger Sportplatz willkommen – auch ohne Voranmeldung.

Wie sieht es in der Jugend aus?

Wir haben im kommenden Jahr viele B-Jugend-Spieler, die in die A-Jugend gehen. Diese gilt es nun aufzubauen.

Wie optimistisch sind Sie, dass sich Football in Rendsburg langfristig etablieren und erfolgreich sein kann?
Sehr. Die B-Jugend, die bisher kein Spiel verloren hat und vorzeitig Meister ihrer Liga geworden ist, ist eine solide Basis. Die Jugend-Coaches leisten einen hervorragenden Job, das muss weiter gefördert werde. Eine gute Jugendarbeit ist der Schlüssel für einen langfristigen Erfolg.

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erstellt am 31.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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