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Landeszeitung

03. Dezember 2016 | 12:38 Uhr

Filmwettbewerb gegen Mobbing

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Junge Gruppe des Weißen Rings fordert „Mut gegen Wut“ / Schüler der fünften bis zehnten Klasse können mitmachen

Mobbing hat viele Formen – sei es die Verbreitung falscher Tatsachen, soziale Isolation, ständige Kritik bis hin zur Androhung von Gewalt. Der andauernde Psychoterror betrifft unter anderem Erwachsene am Arbeitsplatz, aber auch Kinder und Jugendliche in der Schule. Die Junge Gruppe des Weißen Rings will in genau dem Bereich Präventionsarbeit leisten – und hat deshalb Anfang 2015 das Projekt „Mut gegen Wut“ ins Leben gerufen. Die ehrenamtlichen Helfer besuchen Schulen und erklären den Unterschied zwischen harmlosen Scherzen und Mobbing und zeigen Möglichkeiten auf, damit umzugehen. Um das Projekt noch bekannter zu machen, hat die Junge Gruppe nun einen Filmwettbewerb gestartet.

„Er richtet sich an Schüler der fünften bis zehnten Klassen“, berichtet Britt Kasparek von der Jungen Gruppe. Etwa 600 Schulen im ganzen Land haben Informationsmaterial und die Teilnahmebedingungen in den vergangenen Wochen erhalten. „Der Film darf maximal sieben Minuten lang sein. Inhaltlich sollte es darum gehen, den Mobbing-Prozess darzustellen und im Film eine Lösung zu entwickeln, also zu zeigen, was man gegen Mobbing tun kann“, erklärt Sabine Schober, Präventionsbeauftragte der Jungen Gruppe. Ziel sei es, dass sich die Kinder und Jugendlichen länger mit dem Thema befassen. „Und jeder in der Klasse kann sich dabei einbringen. Ob Recherche, Drehbuch, Planung, das Filmen oder Schneiden – für jeden sollte etwas dabei sein, was ihm Spaß macht“, ist Rebecca Machert, Projektkoordinatorin, sicher. Die Jugendbeauftragte Maiken Selke ergänzt: „Es kommt nicht auf technische Raffinessen an. Eine Smartphone-Kamera ist für die Teilnahme völlig ausreichend. Uns sind die Originalität des Films und die Lösung viel wichtiger.“ Nach Einschätzung der Jungen Gruppe gibt es „keine Schule, an der Kinder nicht Opfer von Mobbing werden“. Das Thema sei sehr präsent. Das bestätigt auch Karl-Heinz Rath, Vorsitzender des Weißen Rings Rendsburg-Eckernförde. Er weiß: „Das Hellfeld ist verschwindend klein, und davon wird nur sehr wenig tatsächlich angezeigt. Das Dunkelfeld ist aber sehr groß.“

Durch soziale Medien wie Facebook oder Nachrichtendienste wie Whatsapp würde sich das Mobbing in Teilen noch verschlimmern. In dem Fall spricht man von Cyber-Mobbing. „Vieles spricht sich auf diesen Wegen schneller rum“, erklärt Britt Kasparek. Rebecca Machert ergänzt: „Früher hatten die Betroffenen zu Hause ihren Frieden. Heute hat jeder ein Handy und erhält beziehungsweise verbreitet Nachrichten.“ Dennoch sollten vor allem Eltern Facebook und Handys nicht verteufeln, so Sabine Schober.

Am 31. Januar 2017 ist Einsendeschluss für den Filmwettbewerb. Die Gewinner erhalten 2000 Euro, der zweite Platz bekommt 1000 Euro, der dritte 500. Im Frühling soll es eine feierliche Preisverleihung in Kiel geben. Die Mitglieder der Jungen Gruppe hoffen, dass der Schirmherr des Projekts, Innenminister Stefan Studt,auch dabei sein wird. Rath jedenfalls misst dem Projekt hohes Gewicht bei. „Als ehemaliger Schulleiter weiß ich, wie präsent das Thema wirklich ist. Es hat Ausmaße erreicht, die man nicht sich selbst überlassen kann“, sagt er. Übrigens gibt es beim Mobbing nicht nur Opfer und Täter, sondern auch die Dulder – weggucken ist also keine Lösung.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 11:57 Uhr

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