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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 12:41 Uhr

Blaulicht bei der Bundeswehr : Feuerprobe an einer Transall

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Was passiert, wenn eine Transall in Hohn brennt? 100 Feuerwehrleute übten auf dem Flugplatz des Transportgeschwaders LTG 63 das Öffnen des Fliegers und die Bergung von Verletzten.

Dichte weiße Schwaden hüllten am die auf dem Rollfeld des Bundeswehrflugplatzes stehende Transall ein, rundherum blinkte Blaulicht. Was von Weitem aussah wie ein Katastrophen-Szenario, stellte sich in Wirklichkeit als Übungseinheit für die umliegenden Freiwilligen Feuerwehren heraus. „Wir haben hier kein reales Szenario“, stellte Oberst Hartmut Zitzewitz, Kommodore des Lufttransportgeschwaders (LTG) 63, gleich zu Beginn klar. „Es geht in erster Linie darum, den Freiwilligen Feuerwehren einen Einblick in die Transall und das Cockpit zu ermöglich“, bekräftigte Reiner Dickopp, Leiter der Bundeswehrfeuerwache Hohn.

Erprobt werden sollte speziell das Öffnen des Flugzeugs und die Bergung von Verletzten aus Cockpit und Laderaum. Hintergrund ist, dass die umliegenden Freiwilligen Wehren alarmiert werden, sollte eine Transall auf dem Flugplatz oder in dessen Nähe notlanden müssen. Zum einen könnte das Flugzeug außerhalb des Bundeswehrflugplatzes verunglücken, erläuterte Reiner Dickopp. „In diesem Fall sind die Freiwilligen Wehren zuerst an der Unfallstelle“, die Flugplatzwehr rücke dann zur Unterstützung aus. Anders verhalte es sich, wenn die Maschine direkt auf dem Flugplatz notlanden müsse. „Wenn Flugbetrieb ist, stehen wir mit drei Fahrzeugen in Pisten-Bereitschaft. Passiert ein Unfall, sind wir sofort eingebunden“, erklärte Dickopp. Zeitgleich würden jedoch die umliegenden Wehren alarmiert, um Unterstützung beispielsweise bei der Wasserversorgung zu leisten.

„Es ist etwas Besonderes, dass wir diese Chance bekommen“, freute sich Jan Traulsen, Amtswehrführer im Amt Fockbek. Über drei Monate hinweg hatte er die Übung gemeinsam mit der Bundeswehr organisiert. Er sieht den Vormittag hauptsächlich als Atemschutz-Übung. „Wir wollen es nicht hoffen, doch im Ernstfall haben wir nun nicht mehr eine so große Hemmschwelle, an eine Transall oder ein anderes Flugzeug heranzutreten“, beschrieb Traulsen das große Interesse der Kameraden. In acht Gruppen wurden etwa 100 Kameraden der Wehren aus Fockbek, Alt Duvenstedt und Nübbel sowie aus Hohn, Hamdorf, Elsdorf-Westermühlen, Friedrichsholm und Rendsburg in die Besonderheiten der Transall C-160 eingewiesen. „Wir haben uns bewusst für das reine Üben ohne Stress entschieden, damit die Handgriffe später sitzen“, betonte Amtswehrführer Traulsen.

Als „Verletzte“ fungierten Kameraden der wartenden Wehren. Einer von ihnen war Martin Holst aus Hamdorf. „Das ist hoch interessant, da so etwas auch in Wirklichkeit passieren kann“, sagte Holst. Wenn er selbst den Schein für das Atemschutzgerät habe, werde er nach Möglichkeit auch aktiv wieder an einer solchen Übung teilnehmen, so Holst weiter.

Die geretteten Personen wurden an Helfer des DRK übergeben, welches mit drei Bereitschaften an der Großübung teilnahm. „Der gesicherte Bereich darf nur mit Atemschutz betreten werden. Die dann folgende Schnittstelle ist das Wichtigste“, konzentrierte sich Jan Traulsen auf die Zusammenarbeit von Wehr und Rettungsdienst. Parallel stand für die Kameraden auch ein Learjet der Flugzieldarstellung GFD GmbH zur Anschauung bereit. „Hier ist alles eher klein und eng“, wiesen Oliver Hoffmann und Tino Scheider auf die Unterschiede zur Transall hin.

Zum Abschluss durften sich die freiwilligen Brandschützer noch einen simulierten Löschangriff der Flugplatzfeuerwehr anschauen, wie er im Notfall aus der Pisten-Bereitschaft heraus gefahren werden würde. „Dieser Tag hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich glaube, wir sind nun alle sensibilisiert“, resümierte Jan Traulsen einen aus seiner Sicht sehr erfolgreichen Übungstag auf dem Bundeswehrflugplatz.

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