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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 13:23 Uhr

Themenwoche (4): Der Präriegarten : Farbenfrohe und pflegeleichte Vielfalt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Anke Clark zeigt, wie man hinter einem Reihenhaus ein kleines Paradies schaffen kann. In ihrem Präriegarten im Miniformat blühen das ganze Jahr über Pflanzen.

Gärten sind Orte der Erholung, der Schönheit, aber auch von praktischem Nutzen. Eine Woche lang stellt die Landeszeitung die verschiedensten Anlagen und Gärtner aus der Region vor. Heute: Der Präriegarten.

Es hat ein paar Tropfen geregnet. Die dicke Hummel ist feucht geworden. Jetzt sitzt sie auf der großen, runden lila Allium-Blüte (Lauch) und lässt sich trocknen. Nach einigen Minuten brummt sie davon – und komplettiert das Insektenorchester. Im Garten von Anke Clark schwirrt, summt, brummt und zwitschert es unentwegt. Auch stumme Schönheiten wie Schmetterlinge sind zu beobachten. Kommt eine Windböe auf, wiegen sich die Gräser und Stauden sanft im Wind – und vermitteln einen Hauch von Prärie.

„Jetzt blüht der Wiesenknopf aus Asien“, sagt die Gärtnerin. „Der ist hier nicht so bekannt.“ Sie deutet auf die schlanken lila-roten Blüten, die auf langen, dünnen Stengeln sitzen. Ausgefallene oder weniger bekannte Pflanzen sind ein Merkmal ihrer Anlage. Hinter einem Flachdachreihenhaus mitten in Fockbek hat sie einen Patiogarten angelegt, der der Prärie nachempfunden ist. Das Besondere dabei ist die Art der Anlage: Der Boden wird von Wurzelunkräutern befreit, mit einer zehn Zentimeter dicken Kiesschicht abgedeckt und dann bepflanzt. Der Kies verhindert die Ausbreitung von Unkräutern, macht die Beete pflegeleicht (siehe: Drei Fragen)und verleiht der Anlage einen wiesenartigen Charakter.

Noch vor zwei Jahren zeigte Anke Clark bei der Aktion „Offener Garten“ ihre prächtige Anlage in Haby. Aus unglücklichen persönlichen Gründen mussten sie und ihr Mann dieses Domizil aufgeben. Von ihren rund 5000 Pflanzen haben sie zirka 1000 mitgenommen, so dass die neue, nur 250 Quadratmeter große Anlage schon jetzt dicht bewachsen ist.

Unter dem Vordach der kleinen Laube ist es geschützt, Anke Clark serviert Tee und erzählt von der Umgestaltung des neuen Gartens. Das Haus ist gemietet. Zahlreiche Interessenten hätten abgewunken, berichtet die Gartenplanerin. „Die haben nur den traurigen Ist-Zustand gesehen.“ Aber sie hat das Potential erkannt. Statt grüner Rasenmonotonie herrscht jetzt Blütenvielfalt: Momentan verzaubern unter anderem Elin (Hohe Wiesenraute) und Martagon-Lilien (Türkenbund). Später werden Prärieminze, Agastache und breitblättriger Phlox blühen. Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Gärten hat Anke Clark vom Garten-Team-Nord aus Rendsburg und von Heischhof-Stauden aus Krummwisch.

Zwar ist die Hochzeit der Blüte im Juli und August. Aber: „Der Garten blüht von Anfang März bis Ende November“, sagt Anke Clark. „Die Beete sehen permanent anders aus. Alle vier bis sechs Wochen frage ich mich: Huch, hast du was Neues gepflanzt?“ Außerdem dürfen sich die Pflanzen selber aussäen. Bei der Auswahl hat sie darauf geachtet, dass die Pflanzen alle Staubgefäße haben und so ein Anziehungspunkt für Insekten sind. Und weil es in der Natur nur selten schnurgerade Wege gibt, winden sich auch in dem Fockbeker Domizil Kieswege durch den vorderen wie hinteren Garten.

Auf der kleinen Fläche hat Anke Clark fünf Sitzplätze angelegt – einen in der Sonne, einen im Schatten und so weiter. Momentan ist sie dabei, ein Buch über Präriegärten zu schreiben. Es soll nicht so dick werden, aber dafür viele praktische Tipps enthalten. Ihr Garten ist jedenfalls nicht nur eine Oase für Menschen, Vögel und Insekten, sondern auch für Reporter. In etlichen Zeitschriften sind schon Reportagen über ihre Präriegärten erschienen. Auch die bekannte Gartenfotografin Marion Nickig war schon mehrfach bei ihr. Der Grund: „Ihre Gärten wirken so natürlich“, hat sie gesagt.

BESICHTIGUNGEN

> Geöffnet am 18. und 19. Juni, 11 bis 18 Uhr. Da der Garten nur durch das Haus betreten werden kann und klein ist, kann es zu Wartezeiten kommen.

>Geöffnet auch am ersten Sonntag im Juli, August und September (Indian Summer) jeweils von 11 bis 18 Uhr.

> Eintritt: Garten-Spende erbeten

> Adresse: Fockbeck, Hogenborn 27,

> www.präriegarten.de

> Ein von Anke Clark angelegter großer Garten kann am Sonnabend, 30. Juli, in Fockbek besichtigt werden. Teilnehmeranzahl auf 20 Personen begrenzt. Anmeldung unter Telefon 04331/77 04 494. Treffpunkt ist um 15 Uhr, Baaken 30. Anschließend gibt es einen Imbiss. Kosten: Acht Euro pro Person.


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erstellt am 17.Jun.2016 | 18:45 Uhr

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