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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 08:52 Uhr

Bürgermeisterwahl : Faires Duell mit mäßiger Aussagekraft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am kommenden Sonntag wählen die Büdelsdorfer ihren künftigen Bürgermeister. Die beiden Kandidaten Rainer Hinrichs und Jochen Bredenbeck stellten jetzt dem letzten öffentlichen Schlagabtausch vor der Wahl.

Vier Tage vor der Bürgermeister-Wahl in Büdelsdorf am Sonntag haben sich die beiden Kandidaten ein letztes öffentliches Rededuell geliefert. Der parteilose Rainer Hinrichs (50) und Jochen Bredenbeck (56) von der Büdelsdorfer Wählergemeinschaft (BWG) stellten sich den Fragen des Unternehmensverbandes Mittelholstein, der zur „Kommunalpolitischen Kanalrunde“ ist das Bistro der Start GmbH im Gewerbegebiet eingeladen hatte.

Zu einem direkten Schlagabtausch zwischen den Bewerbern kam es nicht. Es blieb durchweg fair. Rainer Hinrichs, der von CDU, SPD und SSW unterstützt wird, punktete mit seiner Erfahrung als Verwaltungsfachmann und Wirtschaftsförderer in Büdelsdorf und der Region. Mehrfach hob er den verbindenden Wert der Entwicklungsagentur hervor, derem Vorstand er angehört. Viele Herausforderungen der Zukunft könne man nur mit interkommunaler Zusammenarbeit lösen, so Hinrichs. Der 50-Jährige machte deutlich, dass er das Rad im Rathaus nicht neu erfinden will, sollte er Nachfolger seines jetzigen Vorgesetzten Jürgen Hein werden. Wer ihn wähle, entscheide sich für Verwaltungs- und Wirtschaftskompetenz, Gestaltungskraft und „für einen, der für Sie da ist“. Was er anders machen werde als Hein? Hinrichs blieb seinem Chef gegenüber loyal. Im Wahlkampf habe er erfahren, dass die Bürger sich einen Bürgermeister wünschten, der schnell als erster Ansprechpartner vor Ort ist.

Jochen Bredenbeck versprach, nicht nur im Wahlkampf mit den Menschen aus der Stadt zu reden. „Ich warte nicht darauf, dass Sie zu mir ins Rathaus kommen.“ Die Bürger könnten sich mit ihm „auch beim Rasenmähen am Park“ unterhalten. Den Nachweis, dass die Heimatnähe ein Vorteil im Rathaus sein kann, blieb Bredenbeck jedoch weitgehend schuldig. Der 56-jährige Beamte in der Bundeswehrverwaltung machte zwar einen gut vorbereiteten Eindruck. Viele seiner Aussagen waren jedoch allgemeingültig und wirkten angelesen. Auf die Frage von Manfred Buncke (Sparkasse Mittelholstein) aus dem Publikum, was die Kandidaten für ein kinderfreundliches Büdelsdorf tun wollten, reagierte Bredenbeck zunächst schlagfertig: „Ich habe getan, was ich konnte. Ich habe drei Kinder.“ Dann schob er ein Argument hinterher, das in seiner Vagheit typisch für die Antworten des BWG-Kandidaten an diesem Abend war: „Was erwarten die jungen Menschen? Fragen wir sie doch einfach. Die Medienwelt verändert sich, damit ändern sich auch unsere Kinder und Kindeskinder.“ Fragende Blicke machten die Runde, als Bredenbeck zum Thema Gewerbesteuer Position bezog. „Man kann erhöhen, aber man kann auch nach neuen Wegen suchen. Unserer Wirtschaft geht es gut.“

Hinrichs versprach, er wolle gute Bildungs- und Betreuungsangebote schaffen. Schon jetzt zögen Familien aus Rendsburg in die junge Nachbarstadt, „weil die pädagogische Arbeit gut ist. Das setzt Maßstäbe“. Ziel müsse es sein, junge Führungskräfte nach ihrem Studium zurück in die Region zu holen, zum Beispiel mit Stipendien oder einem Campus an der Heinrich-Heine-Schule. Nötig sei ein Bündnis aus Wirtschaft, Verwaltung und Entwicklungsagentur.

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer wollte von den Kandidaten wissen, was sich ihrer Meinung nach an der Zusammenarbeit mit dem Kreis ändern solle. Hinrichs schöpfte aus seinen Erfahrungen als Leiter des Bürgermeister- und Stadtvertreterbüros. Er wünsche sich einen Ansprechpartner, „der den Gesamtüberblick hat, einen Kümmerer“. Bredenbeck nannte „intensive Information und Kommunikation“ als Verbesserungsvorschlag.

Ein Hauch von Spannung kam auf, als Hinrichs kurz vor Schluss von einem Unternehmensberater aus dem Ort mit der Wohnsitz-Frage konfrontiert wurde. Hinrichs lebt in Erfde und nicht in Büdelsdorf. „Meine Eltern sind 76 Jahre alt und bedürfen meiner Unterstützung“, entgegnete der unabhängige Kandidat nach einem Duell mit mäßiger Aussagekraft. „Von den Parteien habe ich die Rückmeldung bekommen, dass das kein Problem ist.“

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erstellt am 03.Nov.2016 | 11:22 Uhr

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