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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 01:32 Uhr

Nur 200 Meter : Fahrradtour mit einem Koloss

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lkw-Fahrer Frank Dose aus Schacht-Audorf bastelt am schwersten fahrbaren Drahtesel. Weltrekord-Versuch am 3. September.

Frank Dose plant eine Fahrradtour. Nur eine ganz kleine. Genau genommen will der 49-Jährige nur 200 Meter zurücklegen – das aber mit dem schwersten Fahrrad der Welt. Das Ziel des Schacht-Audorfers ist nämlich ein Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Am Sonnabend, 3. September, stellt er sich mit seinem wuchtigen Gefährt aus jeder Menge Stahl der Herausforderung. „Einfach kann schließlich jeder“, sagt Dose.

Seit März arbeitet der Lkw-Fahrer kontinuierlich an dem Koloss. Die außergewöhnliche Idee zu dem Fahrrad der Extraklasse hatte er aber schon viel früher: „Das war 2013 beim ‚Wacken Open Air‘“, erinnert sich Dose, der eigentlich im Folgejahr mit seinem Gefährt zu dem Heavy-Metal-Festival reisen wollte. Also schraubt und schweißt er drauflos, lässt irgendwann aber doch wieder von dem Projekt ab, obwohl das Rad fast fertig ist. „Das wäre doch sowieso nichts geworden“, so habe ein Kumpel gespottet, sagt Dose. „Dem wollte ich beweisen, dass es eben doch klappen kann. Und beim Bau des zweiten Rades hatte ich dann auch die Idee, einen neuen Weltrekord aufzustellen.“ Und weil sich der während der Bauphase von 750 auf aktuell 860 Kilogramm erhöht habe, habe er dann eben einfach einen dritten Anlauf genommen. „Um auf Nummer sicher zu gehen, wird mein Rad jetzt etwa 1,2 Tonnen schwer“, sagt Frank Dose, der das Rad nur mit Muskelkraft antreiben wird.

Die Dimensionen sind beeindruckend: Die Reifen haben einen Durchmesser von 1,53 Metern und gehörten einst zu einem Güllewagen. Der Rest des Unikums besteht überwiegend aus Stahl. Wie viele Stunden er bisher in den Weltrekordversuch investiert hat, weiß der Tüftler nicht. Auch nicht, wie viel Geld. „Bei 5000 Euro habe ich aufgehört zu rechnen.“ Die Unterstützung in seinem Umfeld ist jedoch groß – und das nicht nur von seiner Frau Astrid. „Mein Nachbar unterstützt mich beim Rasenmähen, damit ich vorankomme.“ Ein Freund hilft beim Schweißen, ein anderer hat im Vorfeld die nötigen mathematischen Berechnungen angestellt. Damit er im Trockenen arbeiten kann, hat Frank Dose seinen Grill-Port, wie er den Unterstand nennt, zur Werkstatt umfunktioniert. Derzeit verrichtet er die letzten Arbeiten und bereitet sich auf die Jungfernfahrt in den kommenden Tagen vor.

Sonderlich aufgeregt sei er nicht, wenn er an den 3. September denkt. „Dafür habe ich momentan einfach zu viel Stress“, sagt der Schacht-Audorfer, dem der Medienrummel um seine Person zu groß wird. Sogar das Fernsehen habe sich bei ihm gemeldet. Und nach dem Weltrekord-Versuch? Da geht es für Dose und seine Frau in den wohlverdienten Urlaub. Sollte der Preis stimmen, würde er das Rad auch verkaufen, „obwohl mein Herz ja schon daran hängt“. Dann könnte er zumindest wieder überdacht grillen.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 17:23 Uhr

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