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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 04:56 Uhr

Hanerau-Hademarschen : Fahrende Schätze mit Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schönheiten auf vier oder zwei Rädern gingen an den Start. Bei der 30. Internationalen ADAC Christophorus Oldtimerrallye konnten sich die Seh-Leute an Raritäten erfreuen.

Ein Sportwagen aus dem Besitz der Formel 1-Legende Jackie Stewart, ein „Froschauge“ mit farblich abgestimmten Sonnenschirm und eine Staatskarosse, in der einst Helmut Schmidt chauffiert wurde: Bei der 30. Internationalen ADAC Christophorus Oldtimerrallye gab es jede Menge kostbare Raritäten zu bewundern. Auch die Veteranenfreunde aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde waren beim Defilee der Traumwagen und historischen Motorräder gut vertreten.

Bereits zum zehnten Mal in Hanerau-Hademarschen am Start waren Bernd Küchenmeister und Regina Kremer aus Aukrug-Innien. Den Citroen „Rosalie“ von 1934, mit dem die beiden auf die Strecke gingen, kann man für Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten mieten – genauso wie den Renault Novaquatre (Baujahr 1938), den sie zu Hause noch in der Garage haben. „Die Rallye des AC Hanerau-Hademarschen ist eine schön familiäre und gut organisierte Veranstaltung, wo wir uns schon ein bisschen heimisch fühlen“, sagte Küchenmeister kurz vor dem Start. Ist „Rosalie“ denn noch fit genug für eine über 100 Kilometer lange Rallyetour? „Wenn ein Auto 82 Jahre alt ist, muss man immer mit allem rechnen“, meinte der Aukruger.

Vier Jahre älter als „Rosalie“ ist der aus den USA importierte Ford A, mit dem Jens Dreeßen aus Westerrönfeld von der Startrampe rollte. „Ein echt schönes Auto“, befand Rallye-Moderator Jörg Hinz. Ebenfalls die Anfahrt aus Westerrönfeld schon in den Rädern und Zylinderkolben hatte der Wolseley Six von 1974, mit dem Wolfgang Dudek auf die Strecke ging. So richtig ins Schwärmen geriet Moderator Hinz, als Ulrich Dreeßen aus Fockbek mit seinem Traumwagen vorfuhr: einem knallroten Mercedes Benz 190 SL Cabrio von 1963. Genauso knallrot, aber mit deutlich weniger PS unterwegs war das Goggomobil, mit dem Andre Bassin immerhin schon die Anreise aus Wesselburener Deichhausen bewältigt hatte. Für alle Wettereventualitäten gerüstet waren Manfred Kleber und Elke Kilian aus Rethwisch in ihrem Austin Healey Sprite-Cabrio von 1959, die einen zum Sonnenschirm umfunktionierten Regenschirm dabei hatten, der natürlich farblich bestens mit dem Grün ihres „Froschauges“ harmonierte. Den einzigen goldfarbenen Oldtimer präsentierte Friedo Assmann aus Negenharrie, der sich mit seinem Cadillac von 1937 berechtigte Hoffnungen auf den Pokal für das schönste Auto machen konnte. Ebenfalls in der letzten Startgruppe rollten zwei Oldtimer von der Rampe, die schon prominente Insassen hatten. Die nichtgepanzerte Mercedes-Staatskarosse von Nico Weinrich stand einst in Diensten des Hamburger Senats. „Der Wagen soll von Helmut Schmidt genutzt worden sein“, berichtete Jörg Hinz, der auch beim Jensen Interceptor (Baujahr: 1973, PS: 285) von Rolf Lamot aus Hamburg eine interessante Vorgeschichte zu erzählen hatte: „Erstbesitzer dieses Fahrzeugs war der britische Formel 1-Fahrer Jackie Stewart, also verkauft den Wagen bloß nicht – der wird im Wert noch ordentlich steigen.“

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