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Verborgene Schätze : Es fehlt nur noch die passende Hülle

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Nortorfer Museum gewinnt neue Schätze aus dem ehemaligen Teldec-Gebäude, darunter auch wichtige Film- und Bilderaufzeichnungen. Die Räumlichkeiten im Jungfernstieg platzen mittlerweile aus allen Nähten.

Peter Maffay, Caterina Valente, Helmut Schmidt, Karat oder Willy Schneider – sie alle besuchten einst Nortorf und verewigten sich im Teldec-Gästebuch. Jahrelang lag dieses verborgen, doch im Zuge der Räumung der ehemaligen Teldec-Gebäude haben Lutz Bertram und seine Kollegen diesen Fund gemacht. „Das ist wirklich absolut spannend“, freut sich der Museumsleiter.

Neben dem Gästebuch, in dem sich wichtige Leute aus Politik und natürlich Musik eingetragen haben, wurden auch kistenweise eingeschweißte Kassetten gefunden, etliche Frequenz-Schallplatten zum Einstellen der Geräte und vor allem unzählige Kisten mit Bildmaterial entdeckt. Darunter auch ein Fotoalbum, das die Bauarbeiten des Teldec-Gebäudes um die 1960er-Jahre dokumentiert. Den Abriss, der seit Kurzem beendet ist, hat der Museumsleiter selbst festgehalten: „Um die 400 Bilder habe ich geschossen.“

Ein altes Studiotonbandgerät, Maschinenzeichnungen und ein Mikroskop, mit dem man beispielsweise das Innenleben einer Schallplatte sowie den Unterschied zwischen einer gebrauchten und einer neuen Nadel bestaunen kann, befanden sich unter den neuen Schätzen. Aber auch Aufzeichnungen über Produktionszahlen der Firma waren zu finden. „Das ist der absolute Wahnsinn“, schwärmt Betram, erstmals habe man die Möglichkeit auch solche Informationen zu veröffentlichen. „Wir wollen aber den Spagat zwischen unterhaltsamen Museum, der Bedeutung der Schallplatte für eine kleine Stadt wie Nortorf sowie der Technik und Musik beibehalten“, verspricht der Museumsleiter.

Unzählige Stunden haben Bertram und seine Kollegen damit verbracht, das neue Material in Sicherheit zu bringen und zumindest einmal oberflächlich zu begutachten. Doch bis alles genau gesichtet und katalogisiert sei, dauere es noch. „Das ist sind sicherlich Jahre“, blickt Betram in die arbeitsreiche Zukunft, „langweilig wird es hier nie.“ Etwas wegschmeißen komme dabei nicht in Frage, „das wäre zu früh, weil wir noch nicht wissen, was genau sich in einigen Kartons verbirgt.“

Trotz der engen Räume im Museum und dem vollgestellten Lager „findet man irgendwo noch eine Ecke, aber es wird langsam immer schwieriger“, spricht Lutz Bertram das seit Jahren vorhandene Platzproblem im Jungfernstieg an. Im hinteren Gebäude, wo sich neben rund 20 000 Schallplatten auch andere große und kleine Schätze befinden, hat sich Bertram „einen kleinen Gang geschaffen“, mehr ginge nicht. Doch er sei optimistisch, dass sich noch in diesem Jahr etwas an der Situation ändert, „schließlich bewegt sich räumlich momentan einiges in Nortorf.“ Das Inventar habe man zusammen, sagt der Museumsleiter „jetzt fehlt nur noch die passende Hülle.“

 



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erstellt am 18.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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