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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 05:03 Uhr

KInder an die Macht : Erwachsene bauen die Kinderstadt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zum 10. Mal übernimmt der Nachwuchs das Kommando. Eigenes Reich für 200 Kinder im Hof des Arsenals. Am Montag fällt der Startschuss.

Im Innenhof des Bürgerzentrums „Hohes Arsenal“ in Rendsburg herrscht reges Treiben. Zelte werden aufgebaut, Stühle und Tische geschleppt, es wird gehämmert und gezimmert. Die Zeit drängt. Denn Jerry Town, die Stadt der Kinder, öffnet am Montag, 22. August, wieder ihre Tore. Fast 200 Jungen und Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren aus Rendsburg und Umgebung werden sich fünf Tage lang auf spielerische Art mit den Abläufen und Strukturen einer Stadt auseinandersetzen.

Dazu müssen natürlich erst einmal die „Gebäude“ der Stadt errichtet werden. Die meisten davon als Zelte, aber es gibt auch feste Verkaufsstände aus Holz. Die Materialien lagern in einer Halle auf dem nahen Gelände der ehemaligen Eiderkaserne. Für „Holz, Schrauben und Nägel“ ist in Jerry Town Roland Ochsenpfad zuständig. Der Mitarbeiter des Umwelt- und Technikhofs (UTH) der Stadt Rendsburg ist seit dem Beginn von Jerry Town vor zehn Jahren dabei. „Wir produzieren hier Tische, Stühle und Schränke, alles was die neu gegründeten Kinderfirmen so brauchen“, erklärte Ochsenpfad. Die Woche in der Stadt der Kinder findet er überaus interessant. „Das ist einmal ganz etwas anderes. Sonst bin ich für die Sportplätze zuständig.“

Die Fäden für das reibungslose Funktionieren von Jerry Town laufen bei Matthias Gröning vom Fachdienst Familie zusammen. Er kann auf 35 freiwillige Helfer zurück greifen. Viele davon kommen aus dem Familienzentrum A4. Die Mitarbeiterin Sonja Seelow ist zum Beispiel für die Zeitung, die in Jerry Town herausgegeben wird, zuständig. Ihr Kollege Martin Glüsing gehört seit fünf Jahren dem Ältestenrat in der Stadt der Kinder an. „Im Gegenzug können wir vom Familienzentrum zehn Kinder mitbringen“, erklärte Glüsing. Am Montag ist um 9.30 Uhr der offizielle Beginn. „Viele Kinder werden weitaus früher da sein, weil sie sich so riesig auf Jerry Town freuen“, weiß Gröning aus Erfahrung.

Genau wie in einer richtigen Stadt gibt es in Jerry Town die verschiedensten Herausforderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Kinder haben die Möglichkeit, mit ihrer Kreativität, Erfahrung und Intuition eigene Lösungen zu finden und diese zu erproben. Jedes Kind erhält am ersten Tag ein steuerfreies Startkapital von fünf Jerrys, einen Ausweis und weitere Papiere. Eine Lese-Lounge und ein Nähcafé gehören zu den neuen von insgesamt 30 Angeboten. Zudem gibt es eine Solarwerkstatt, es wird Spielzeug hergestellt, es gibt zwei Schneidereien und eine Schmuckschmiede. Es besteht die Möglichkeit, in viele unterschiedliche Berufsfelder „hineinzuschnuppern“. In Jerry Town werden ein Bürgermeister und eine Stadtvertretung gewählt. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Kinderstadt zu „regieren“. In der Stadt der Kinder gibt es eine eigene Währung, den Jerry, es gibt Arbeitsplätze und eine Arbeitsagentur, es werden Löhne gezahlt, Firmen gegründet und Steuern erhoben.



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