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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 21:30 Uhr

Ratspolitik : Enten füttern bald verboten?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stinkende Gewässer, verschmutzte Hausfassaden durch gefiederte Gäste. Lothar Möhding (SPD) möchte Möwen, Enten & Co. vor falsch verstandener Tierliebe schützen und fordert ein Fütterungsverbot für das Stadtgebiet.

Enten, Tauben und Möwen tummeln sich am Rendsburger Stadtsee, auf dem Schiffbrückenplatz und dem Altstädter Markt. Angelockt werden sie von leichter Beute. Tierliebhaber werfen ihnen immer wieder Brot und Essensreste zu. Ratsherr Lothar Möhding (SPD) fordert nun ein Fütterungsverbot für das Stadtgebiet.

Für den 70-Jährigen ist das Füttern der Vögel falsch verstandene Tierliebe. Besonders die Rendsburger Gewässer leiden stark unter den Brotkrumen. „Im See sinken die meisten Essensreste zu Boden. Dort bilden sie eine faulende Schlammschicht, die das Wasser im schlimmsten Fall umkippen lässt“, so Möhding. Die Wasserqualität im Stadtsee habe man in den letzten Monaten durch gezielte Belüftung und den Einsatz spezieller Bakterienkulturen stark verbessern können.

Ein anderes Bild zeigt sich beim Karpfenteich im Stadtteil Kronwerk. Vor sechs Monaten hatte man hier ein „Füttern verboten“-Schild aufgestellt. Nach nur zwei Wochen wurde der Aufsteller jedoch geklaut. Laut Möhding ist gerade die Lage am Karpfenteich kritisch. „Dort liegen zum Teil noch verpackte Toastbrote im Wasser“, sagt der Ratsherr. „Das ist nicht nur katastrophal für die Wasserqualität. Der Müll lockt außerdem Ratten an.“ Darunter leiden vor allem die Anwohner. „Wir sind stinksauer“, so eine Betroffene. „Die Ratten leben schon in unserem Garten.“

In der Rendsburger Innenstadt kämpfen allen voran Restaurant-Inhaber mit unerwünschten Besuchern. „Die Vögel werden von den eigenen Gästen angelockt und setzen sich anschließend auf die Tische“, so der Ratsherr. Möhding befürchtet, dass einige Gastronomen Probleme mit dem Gesundheitsamt bekommen könnten, sollte Vogel-Schiet auf Geschirr fallen. Zudem schadet der Vogel-Kot den Häuserfassaden. Damit sind die Vögel auch ein Kostenfaktor für die Stadtkasse, die durch etwaige Fassadenrenovierungen belastet wird.

Möhding will außerdem verhindern, dass sich die Situation zuspitzt. „Auf Sylt greifen Möwen Touristen an, sobald sie Essen in der Hand halten. Soweit wollen wir es in Rendsburg nicht kommen lassen“, sagt der 70-Jährige. „Es wäre schade, wenn Touristen in Rendsburg nicht mehr draußen sitzen könnten.“ Eine Fütter-Patrouille hält Möhding allerdings für unrealistisch. „Das wäre zwar der Idealfall, ist aber auch sehr teuer. Das Gesetz wäre eher eine Rechtsgrundlage für Jedermann. Restaurantbetreiber können ihre Gäste dann beispielsweise darauf hinweisen, dass das Füttern verboten ist.“

Der Umweltausschuss vertagte den Antrag. Die Verwaltung wurde aufgefordert, einen Sachstandsbericht zu erstellen.

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erstellt am 04.Okt.2016 | 18:43 Uhr

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