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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Chance vertan : Endgültig: Zum „Herbst“ gibt es keine Sonderbusse

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kreisverwaltung mit letztem Versuch eines eingeschränkten Fahrplan-Angebotes für Stadtfest gescheitert.

Auch der letzte Versuch war nicht erfolgreich – zum Rendsburger Herbst ab kommenden Donnerstag wird kein Sonderfahrplan aufgestellt. Die Kreisverwaltung hatte nach der Absage des Busunternehmens T. H. Sievers in der vergangenen Woche mit Hochdruck an einer eigenen Lösung gearbeitet (wir berichteten). Doch ohne die Unterstützung des Konzessionsinhabers Sievers habe sich das als unmöglich herausgestellt, teilte Volker Breuer aus dem Fachdienst Regionalentwicklung mit. Unterdessen bestreitet Sievers-Chef Andreas Horn, dass das Nein zu den Sonderfahrten ausschließlich von den Mitarbeitern ausging. Stattdessen habe es sich um eine einvernehmliche Entscheidung von Belegschaft und Geschäftsführung gehandelt. Die Busfahrer sehen das jedoch anders.

Sonderfahrten bis spät in die Nacht zu vergünstigten Preisen, dieses beliebte Angebot zum „Herbst“ wird es in diesem Jahr endgültig nicht geben. Der Kreis hat zumindest versucht, einen leicht ausgeweiteten Sonderfahrplan auf die Beine zu stellen. Doch aus mehreren Gründen ist das laut Volker Breuer nicht möglich. „Ein heikler Punkt dabei ist, dass Drittanbieter nicht eingebunden werden dürfen, weil die Firma T.H. Sievers Konzessionär des Stadtverkehrs ist“, so Breuer auf Nachfrage der Landeszeitung. Das bedeute, dass auf den Sievers-Linien keine Busse anderer Unternehmen fahren dürfen. Zudem hätte T.  H. Sievers den Fahrkartenverkauf übernehmen müssen. Nach der Absage und ohne die Unterstützung der Firma undenkbar. „Am Ende wäre ein sehr spärliches Angebot dabei herausgekommen, das hätte ich nicht verantworten können“, sagte Breuer. Mehr als ein paar Fahrten bis höchstens 24 Uhr in einige Nachbargemeinden vom ZOB aus wären nicht drin gewesen. „Wir sind enttäuscht, weil das Angebot immer gut angenommen worden ist.“ Breuer wies aber darauf hin, dass ab 2017 wieder Sonderbusse zum „Herbst“ eingesetzt werden, denn der neue Konzessionsinhaber Transdev sei per Vertrag dazu verpflichtet.

Nachdem T. H. Sievers in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte, dass sich die Busfahrer gegen den Sondereinsatz zum Stadtfest ausgesprochen hätten, ruderte die Geschäftsführung nun zurück. „Es handelt sich insoweit keinesfalls um einen ‚Boykott‘ durch unsere Mitarbeiter, sondern um eine einvernehmliche Entscheidung von Geschäftsführung und Belegschaft“, schreibt Andreas Horn. Er räumt ein, dass die verlorene Ausschreibung des Stadtverkehrs dabei eine Rolle gespielt habe. Zudem nannte er Personalmangel als Grund.

In Kreisen der Busfahrer wird jedoch davon gesprochen, dass das Nein ausschließlich von der Geschäftsführung kam. Die Mitarbeiter seien nicht gefragt worden, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Anke Samson, Geschäftsführerin von RD-Marketing, sieht keine Katastrophe im Ausfall des Sonderverkehrs. Es handele sich lediglich um zwei Stunden in der Nacht, in der keine Busse fahren. Bevor es das Angebot vor ein paar Jahren erstmals gab, sei es nie ein Problem für die „Herbst“-Besucher gewesen, zum Stadtfest und wieder zurück zu kommen. Deshalb werden ihr zufolge auch keine zusätzlichen Parkmöglichkeiten ausgewiesen. „Das würde auch gar nicht gehen, weil alle Flächen durch unsere elf Veranstaltungsplätze belegt sind“, sagte Samson. Sie rechne nicht damit, dass wegen des Bus-Ausfalls weniger Besucher zu dem Stadtfest kommen.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 09:26 Uhr

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