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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 02:55 Uhr

Owschlag : Einwohner sollen mit entscheiden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Einwohnerversammlung zum Thema Windenergie-Eignungsflächen in Owschlag. Nach der Sommerpause wird weiter beraten.

Etwa 80 Interessierte waren zur Einwohnerversammlung erschienen, viele davon aus dem Ortsteil Steinsieken, um sich über den neuesten Stand zum Thema Windenergie-Eignungsflächen in der Gemeinde zu informieren. „Es gibt Investoren, die jetzt schon an den Türen der Landeigentümer klingeln und diese kirre machen“, erläuterte Bürgermeisterin Christiane Ostermeyer, doch dies sei Quatsch, denn bis zum rechtsgültigen Beschluss des Regionalplanes sei es noch ein weiter Weg und bis dahin könne niemand sagen, auf welchen Flächen Windenergie genehmigt werde.

Amtsdirektor Andreas Betz informierte detailliert über den Stand der Planung: „Per Erlass hat die Landesplanungsbehörde harte und weiche Tabukriterien sowie Abwägungskriterien für die Ermittlung geeigneter Flächen für Windenergienutzung festgelegt. Außerhalb der Abwägungsbereiche ist die Windenergienutzung ausgeschlossen.” Eine im März 2016 von der Landesplanungsbehörde veröffentlichte vorläufige und nicht rechtsverbindliche Darstellung der Abwägungsbereiche für Windenergienutzung in der Gemeinde Owschlag hatte zu Irritationen geführt, waren doch dort die potenziellen Gebiete im Norden der Gemeinde nicht mehr aufgeführt, dafür jedoch Gebiete nahe des Owschlager Moores und nahe Steinsieken eingezeichnet. Die Gemeinde hat frühzeitig mit Hilfe einer beauftragten Planerin eigene konzeptionelle Überlegungen zur Windkraftnutzung im Gemeindegebiet erarbeitet und dieses informelle Planungskonzept den Landesplanungsbehörden als zusätzliche Information zur Verfügung gestellt. Dieses Konzept sieht zwei größere Flächen im Norden und eine kleinere im Osten der Gemeinde vor.

„Ob unser Vorschlag durchgeht, kann ich Ihnen nicht sagen“, so Betz. Damit komme die Gemeinde ihrer Verpflichtung nach, substanziellen Raum für die Windenergie zur Verfügung zu stellen und keine Verhinderungspolitik zu betreiben. „Wir haben versucht, es sachlich und fachlich richtig zu machen, doch man kann es natürlich nicht allen recht machen“, erklärte Ostermeyer. „Unsere Windparks im Norden laufen seit 16 Jahren gut. Es ist schwer nachvollziehbar, dass dort nun Tabukriterien für weitere Windenergie-Eignungsflächen gefunden worden sein sollen, wie zum Beispiel die Fledermauspopulation nahe Kropp.“

Viele Fragen bewegten die Einwohner wegen der Fläche nahe Steinsieken. Besonders, dass der erforderliche Abstand der Anlagen zu den Häusern geringer sein muss, als es im Innenbereich des Ortes vorgeschrieben ist, wurde als ungerecht empfunden. So fragte Erika Schröder aus Steinsieken: „Wie kommt das? Sind Menschen, die in Einzelgehöften leben, belastbarer?“ Doch dazu riet der Chef des Amtes Hüttener Berge: „Wir regen uns vielleicht über eine Fläche auf, die es in Zukunft gar nicht gibt. Warten Sie ab!“

Engmaschig sollen die Bürger weiter informiert und in die Planung mit einbezogen werden, verkündete Ostermeyer. Nach der Sommerpause werden die Planentwürfe fertiggestellt sein. Dazu werde es eine weitere Einwohnerversammlung geben und auch die Bauausschusssitzungen sowie die Gemeindevertreterversammlungen seien öffentlich, lud Ostermeyer alle Interessierten ein. Es werde eine Auswertung des Planentwurfs mit Stellungnahme der Gemeinde stattfinden und jeder Bürger habe das Recht, die Regionalplanentwürfe im Internet oder im Amt Hüttener Berge einzusehen. Auf die Veröffentlichungstermine werde rechtzeitig hingewiesen und jeder könne sich einbringen. „Ich ermuntere Sie hiermit, ins Internet zu gehen und Ihre Stellungnahme abzugeben, sobald die Entwürfe veröffentlicht werden“, forderte Betz die Zuhörer auf.

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