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Schiffsbegrüsser : Einsatz mit Charme am Nord-Ostsee-Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Schiffsbegrüßer am Nord-Ostsee-Kanal wünschen sich mehr Wahrnehmung und eine Kooperation mit der Stadt. Derzeit machen Probleme mit der Elektronik dem Quartett bei seiner Arbeit zu schaffen.

Rendsburg | Jetzt, in der Sommersaison, müssen sie viel erzählen. Und das können sie auch. Denn Wolfgang Martens, Uwe Mohr, Jörg Schöne und Werner Heidel wissen jede Menge über die Schiffe, die durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren. Das Quartett macht die Schiffsbegrüßungsanlage zu einer touristischen Attraktion – mit viel Charme und Kreativität sowie mit etlichen Anekdoten und 220 verschiedenen Nationalhymnen, die erzählt und gespielt werden, wenn das passende Schiff vorbeikommt. Die Sache macht den vier Schiffsbegrüßern merklich Spaß, von der Stadt Rendsburg fühlen sie sich allerdings nicht wirklich wahrgenommen.

„Wir haben das Gefühl, dass die Wahrnehmung der Stadt auf Höhe der Eisenbahnhochbrücke aufhört“, sagt Wolfgang Martens. Er ist seit zehn Jahren eine der Stimmen der Schiffsbegrüßungsanlage, die jüngst ihren 17. Geburtstag feierte. Der gläserne Pavillon auf dem Gelände des Restaurants „Brückenterrassen“ ist Heim der Schiffsbegrüßer, allerdings schon ein wenig in die Jahre gekommen. Die Beschattung fiel den Herbststürmen im vergangenen Jahr zum Opfer, ein aufgespannter Schirm dient als provisorische Lösung. Im Winter macht der Frost, im Sommer bis zu 40 Grad Celsius der empfindlichen Elektronik zu schaffen. Zuletzt fiel ein Verstärker aus – Reparatur nicht möglich, Ersatz nicht zu finden. Daher sind die Schiffsbegrüßer derzeit nicht über das Internet zu hören. Einigen Fans fehlt das. „Wir bekommen Rückmeldungen aus aller Welt“, sagt Jörg Schöne, der seit sechs Jahren dabei ist.

„Man sollte uns in Bezug auf die Außenwirkung der Stadt Rendsburg nicht unterschätzen“, darin sind sich die Schiffsbegrüßer einig. Für viele Touristen sei die Anlage sogar erster Anlaufpunkt. Früher habe es von der Stadt schon mal Info-Material zum Verteilen gegeben, sagt Uwe Mohr, seit neun Jahren Schiffsbegrüßer. Auf Anfragen in Richtung Stadtmarketing seien eher unbefriedigende Antworten gekommen. „Es hieß ‚Wir kümmern uns darum‘, passiert ist aber wenig.“ Unterhalten wird die Anlage von der „Brückenterrassen“-Inhaberin Marina Seifert, ihr seien aber auch nicht alle Kosten zuzumuten. „Eine Unterstützung von der Stadt muss ja nicht unbedingt finanziell sein“, sagt Schöne. Er und seine Mitstreiter würden sich gerne mit der Stadt zusammensetzen. Beispielsweise könnten die Schiffsbegrüßer beim Eon-Hanse-Cup eingebunden werden, auch Vorträge für Touristen können sie sich vorstellen.

Den Spaß lässt sich das Quartett nicht verderben, den ein oder anderen Döntje hat es stets auf Lager. Und wenn mal länger kein Schiff vorbeikommt, dann kündigt Wolfgang Martens einfach ein U-Boot der Schweizer Gebirgsmarine auf Tauchfahrt mit der Hymne der Schweiz an. „Das klappt fast immer“, sagt er. Denn so mancher Gast will das Schiff tatsächlich gesehen haben.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.facebook.com/schiffsbegruessungsanlage und www.brueckenterrassen.de

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erstellt am 10.Jun.2014 | 06:00 Uhr

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