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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 13:03 Uhr

Umzug beendet : Eine Theaterparty zum Neuanfang

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Landestheater ist in Rendsburg angekommen: Hauptsitz des Schauspiels und der Verwaltung. Gelungenes Einweihungsfest.

Der Anlass rechtfertigte den Aufwand: Mit dem 16. Juli war auch fürs Handelsregister rechtskräftig der neue Sitz der Schleswig-Holsteinischen Landestheater und Sinfonieorchester GmbH der Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz 1 in Rendsburg. Schon mehrfach haben sich Rendsburger Bürgermeister für das Theater und dessen Überleben eingesetzt. Dieses Mal war es Pierre Gilgenast, der den Theaterleuten Zukunftsängste genommen hatte und dem kräftig wachsenden Rendsburger Theaterpublikum Sicherheit gab, auch in Zukunft ein breitgefächertes Live-Angebot angeboten zu bekommen.

Welchen Schatz Rendsburg nun beherbergt, wurde klar während des Theaterfestes am Sonnabend. Mit einem umfangreichen Programm, offenen Türen und Vorhängen verriet die Theatermannschaft, allen voran Generalintendant Peter Grisebach, bis dahin gehütete Geheimnisse des Lebens hinter dem Vorhang. Er zeigte, welchen Aufwand es bedeutet, mit Kunst, Sprache, Gesang und Kleidung glaubwürdige Illusionen in Serie zu schaffen. 23 Produktionen werden in jedem Jahr auf die Beine gestellt. Den Aufwand dahinter hatte bislang kaum jemand geahnt. Nach diesem Tag ist alles anders: Die Theaterleute können ihre verdienten Ferien genießen, die Theaterfans wissen noch mehr zu schätzen, was Technik, Öffentlichkeitsarbeit, Dramaturgie, Kostümwerkstatt, Theaterpädagogik bedeuten, warum es eine kleine und eine große Probenbühne gibt und dass Sonja Langmacks Puppentheater nicht nur fürs Kinderprogramm taugt. Am Ende dieses Tages scheint es kaum noch Geheimnisse um die beiden Häuser zu geben.

Seltener Glücksfall ist das angemietete, komfortabel ausgestattete und edel eingerichtete Gebäude der Telekom neben Rendsburgs weißem Palast. Bequemer und besser lässt sich das Arbeiten für die Theaterleute kaum vorstellen. Als wäre es dafür gebaut. Neue, Fernmeldetechnik machte das Haus für die Telekom überflüssig, nun wird es zur Heimstätte altbewährter Schauspielkunst.

Die neue Offenheit wurde gebührend gefeiert: Höhepunkte waren die Führungen mit dem Generalintendanten durchs neue Haus. In der Dramaturgie erfuhr man, dass Theaterleute lieber Möbel mit Gebrauchspuren einsetzen, ebenso wie alte Kostüme aus seltenen Stoffen als Rohmaterial betrachtet werden, um daraus neue Kostüme zu nähen. „Unsere Damen sind virtuos im Ändern!“ sagte Grisebach. Kleiderspenden, seltene Stoffe und Herren-Abendgarderobe werden dafür auch gerne angenommen. Durch die Zusammenlegung des Fundus aus Schleswig und dem in Rendsburg waren auch diverse Kostüme mehrfach vorhanden. Die versteigerte René Rollin als Auktionator in Fantasiekleidung auf der großen Bühne. Nach zaghaften Start belebte er das Geschäft, sammelte insgesamt 860 Euro ein und sorgte dafür, dass künftig fantasievoll bekleidete Menschen in Rendsburg zu sehen sein werden. Durch Peter Grisebachs Führungen und den zahlreichen Aktionen wurde das Haus lebendig. Zwei Häuser für Kunst, Kultur, Könner, Kenner und Genießer mitten in der „Kulturhauptstadt“. So startet das Landestheater in Pole-Position in die kommende Spielzeit. Sie beginnt im September.

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