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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 20:32 Uhr

Rendsburg : Ein verfilmter Liebesbrief an die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Stadtmarketing will Image Rendsburgs mit einem Wohlfühl-Film aufpolieren. Sponsoren haben die Kosten für den Youtube-Clip übernommen.

Es gibt eindrucksvolle Beispiele dafür, wie eine Kommune sich mit einem Werbefilm der Lächerlichkeit preisgeben kann. Zum Glück hat RD Stadtmarketing diese Chance nicht ergriffen. Stattdessen sieht man im neuen Imagefilm der Stadt, der seit gestern online ist, auf einer Minute und 58 Sekunden jede Menge vor Lebensfreude sprühende Bewohner und die Schokoladenseiten der Stadt. Alles real und nicht gestellt. So sieht Rendsburg tatsächlich aus.

Weggelassen wurden dagegen die Seiten der Stadt, die vielen Rendsburgern ein Dorn im Auge sind. Doch für Einwohner ist der Film auch nicht in erster Linie gedacht. Stattdessen soll er Touristen neugierig machen mit Bildern von barocken Häusern und spektakulären Luftbildaufnahmen von Traumschiffen auf dem Kanal. Oder zumindest ein Lebenszeichen setzen für eine Stadt, die zwar über 800 Jahre alt ist, aber immer noch im Windschatten vor allem der küstennahen Kommunen dahindümpelt. „Seht her, uns gibt’s auch noch.“ Er zeigt Menschen, die das ausstrahlen, was Einheimische mit dem Hang zum Nörgeln gerne unter den Teppich kehren: „Wir leben gerne hier – und auch ziemlich gut.“

Der von Sponsoren finanzierte Film ist auf Youtube eingestellt und soll sich via Facebook massenhaft verbreiten, hofft RD Marketing Geschäftsführerin Anke Samson. Von ihr stammt auch das Drehbuch. Es sei „eine Art Liebesbrief“ geworden, wie sie sagt, nämlich die Aufzählung aller Sehenswürdigkeiten.

Der Film beginnt mit Ruderern, die die ersten Sonnenstrahlen zum Frühsport auf der Obereider nutzen. Es folgen: Rendsburg von oben, eine pickepackevolle Innenstadt, fröhliche Menschen, Rendsburg von oben. Die Dramaturgie wiederholt sich, die Bilder wechseln. Immer wieder wird gezeigt: Die Rendsburger haben ziemlich nah am Wasser gebaut – nämlich an Obereider, Untereider, Stadtsee und vor allem dem Nord-Ostsee-Kanal. Als gelte es, einen Minderwertigkeitskomplex gegen über den Küstenstädten zu bewältigen. Aber es stimmt ja auch: Rendsburg ist viel zu schön, um links liegen gelassen zu werden. Das kann man ruhig einmal sagen. Oder zeigen.  

 

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erstellt am 25.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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