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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 07:10 Uhr

Museum und Messe in Holzbunge : Ein Japaner mit „Whisky-Nase“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hideo Yamaoka besitzt mehr als 2000 Flaschen des „flüssigen Goldes“. Sein Freund, der Whisky-Händler Thomas Krüger, hatte zur Messe ins ehemalige „Redderhus“ eingeladen – und so kam Yamaoka aus Tokio angereist.

Zahlreiche Tasting-Wettbewerbe hat Hideo Yamaoka allein durch Riechen gewonnen. An diesem Wochenende war der Mann mit der feinen Nase von Tokio noch Holzbunge gereist. Anlass war die erste Whisky-Messe nach der Eröffnung des umgebauten „Redderhus“, zu der Inhaber Thomas Krüger Experten aus aller Welt in den Hüttener Bergen begrüßte.

Sein Freund Hideo Yamaoka sammelt seit über 30 Jahren Whisky und besitzt wie Krüger eine Privatsammlung mit mehr als 2000 Flaschen. „Es gibt so viele Charakteristiken“, schwärmt Yamaoka von dem speziellen Alkohol. „Ich interessiere mich sehr für die Diversität von Whisky“, erklärte der Experte weiter und freute sich über die Veranstaltung in Schleswig-Holstein: „Hier trifft man alte Whisky-Freunde“. Thomas Krüger schwärmte von den gemeinsamen Treffen. „Wir lieben es, alte Flaschen zu öffnen. Das ist wie eine Zeitreise“ und scherzte: „Er ist sozusagen mein Doktorvater und gemeinsam studieren wir den Whisky“.

Doch nicht nur Gäste aus der Ferne, auch aus Europa waren Aussteller in den Norden gekommen. Gemeinsam mit seiner Frau Eva und seinem Sohn Ilie präsentierte Giovanni Giuliani aus Forlì in Italien viele Duplikate seiner mehr als 5000 Flaschen umfassenden Whisky-Sammlung. „Ich verkaufe hier einige Falschen, die ich doppelt habe“, berichtete der Italiener. Nach dem Verkauf der Bar seines Vaters widmete sich der Musiker seiner Leidenschaft und ist mittlerweile einer der ältesten Whisky-Kenner in Europa. Natürlich durften die eigene Gitarre und ein Ständchen von „O sole mio“ auf der Messe in Holzbunge nicht fehlen. „Das ist ein fantastischer Platz hier“, sagte Giovanni Giuliani über den ehemaligen Krog. „Aber man muss noch viele Jahre hart arbeiten, um ihn weiter bekannt zu machen“, erklärte der Italiener mit Hinblick auf die Lage.

Neben den vielfältigen Angeboten zum Probieren und Fachsimpeln konnten die Besucher auch Informationen rund um das „flüssige Gold“ erlangen. Fasshändler Hendrik Baumgart sieht sich als Kommunikationsknoten zwischen Lieferanten und Endkunden. „Wenn jemand ein Fass in Schottland kauft, ist er Besitzer dieses Fasses, jedoch nicht der Eigentümer“, verweist Baumgart auf das britische Steuerrecht. Er empfiehlt Besitzern, ihren Whisky regelmäßig durch Proben kontrollieren zu lassen. „Dadurch kann man sehen, wie er sich entwickelt, um dann abfüllen zu lassen oder notfalls gegensteuern“, so der Kieler, der seit langer Zeit in Schottland lebt. Die Preise bemessen sich entweder nach der Menge an Alkohol, die sich zum Befüllen im Fass befindet oder zum Zeitpunkt des Verkaufes laut Probe im Fass festgestellt wird. „Die Preise für seltene Fässer liegen durchaus im Bereich von Einfamilienhäusern.“

Was man aus den geleerten Whisky-Flaschen zaubern kann, darüber hat sich Hans Hermann Kynast Gedanken gemacht. Der Mitarbeiter von Thomas Krüger verschönert die leeren Glaskörper mit Tiffany-Schirmen zu Stimmungsvollen Lampen. „Den Spaß beim Leeren der Flasche kann ich so in einem zweiten Leben erhalten“, erläuterte Kynast. Aber: „Man muss gute Ideen haben und dann das passende Glas finden“. Einige seiner Kunstwerke hatte Kynast mitgebracht.

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