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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 19:42 Uhr

Handball-SH-Liga der Männer : Eider Harde mit besseren Nerven

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der Handball-SH-Liga der Männer feierte die HSG Eider Harde im Derby gegen den TSV Alt Duvenstedt einen 29:24-Erfolg. Der Büdelsdorfer TSV unterlag der HSG Mönkeberg/Schönkirchen mit 27:33.

Jubel hier, Frust dort – während die Handballer der HSG Eider Harde durch den 29:24 (13:10)-Erfolg im Derby der SH-Liga ihren Platz in der Spitzengruppe behaupteten, klebt der TSV Alt Duvenstedt weiter am Tabellenende. Auch der Büdelsdorfer TSV bleibt nach dem 27:33 gegen die HSG Mönkeberg/Schönkirchen im Keller der Liga stecken.

HSG Eider Harde – TSV Alt Duvenstedt 29:24 (13:10)

Dass es ein so spannendes Derby werden würde, hätten angesichts der Vorzeichen wohl die wenigsten der fast 400 Zuschauer in der pickepackevollen Werner-Kuhrt-Halle in Hohn gedacht. Das Ergebnis fiel letztlich zu hoch aus, fand TSV-Trainer Thomas Carstensen, der selbst privat verhindert war und von Torben Larsen vertreten wurde: „Wir haben uns sehr gut verkauft. Am Ende hat Eider noch zwei Tempogegenstöße laufen und das Resultat aus ihrer Sicht ein wenig freundlicher gestalten können.“ Die Gäste gingen zwar arg dezimiert ins Spiel, hielten die Begegnung über die gesamten 60 Minuten aber offen, auch wenn die meiste Zeit die Hausherren vorne lagen. Bei den Eider-Handballern war es neben Linkshand Eike Möller, der eine ordentliche Partie ablieferte, vor allem Kapitän Jörg Gosch, der am auffälligsten agierte – einmal wegen seiner insgesamt elf Tore, einmal wegen seiner emotionalen Art, das Spiel zu führen. Er versuchte, seine Mitspieler mit Ansagen, Gesten und Mimiken mitzureißen. Das klappte nur teilweise. Die HSG lieferte als Mannschaft eine recht nüchterne Vorstellung ab, die keinen in der Halle vom Hocker reißen wollte. Und genau das ist das Problem. Die Erwartungshaltung in Hohn sei extrem hoch, meint Coach Matthias Hinrichsen. Das führe dazu, dass die Spieler zu viel nachdenken, sich zu viel mit ihrem Kopfkino beschäftigen und selten ohne Druck agieren können. „Ich möchte mich nach Derbysiegen nicht entschuldigen müssen. Wir sollten uns über den Sieg freuen und das Positive aus dem Spiel ziehen und kein schlechtes Gewissen haben, nur mit fünf Toren gewonnen zu haben.“ Das Positive sei aus seiner Sicht die Tatsache, dass seine Spieler in der Schlussphase eben nicht den Kopf verloren haben – trotz eines zwischenzeitlichen 22:23-Rückstands in der 50. Minute. In der entscheidenden Phase verfügten die Gastgeber über die besseren Nerven. Zuvor hatten die Alt Duvenstedter das Tempospiel der Eider-Angreifer gut im Griff. „Wir haben sehr diszipliniert gespielt und uns an den Matchplan gehalten. Wir haben gezeigt, dass wir in der Liga auch mit den Spitzenteams mithalten können“, bilanzierte Thomas Carstensen. Fazit: Am Ende eines Derbys sind beide Trainer zufrieden. Das kommt auch selten vor.

HSG Eider Harde: Dobratz, Severin – Gosch (11/5), Möller (6), Claußen, Petersen, Weigmann, Greve (1), Oeltjen (5), Ketelsen (2), Kobs, Henrich (3), Bartsch (1).
TSV Alt Duvenstedt: Fendt, Larsen – Karsten (1), Frahm (5), Müller (3), Nickels, Eichstädt (3/2), Maukel (1), Boock, Höpfner (8), Küch (1), Moch, Nehls (2), Kock.



Büdelsdorfer TSV – HSG Mönkeberg-Schönkirchen 27:33 (15:13)

Wenn Punkte Mangelware sind, dann müssen die Erfolgserlebnisse aus guten Phasen des Spiels gewonnen werden. Gegen die HSG Mönkeberg/Schönkirchen gab es für den BTSV wieder nichts Zählbares, zufrieden war Spielertrainer Patrick Möller trotzdem, vor allem mit den ersten 45 Minuten der Partie. Dabei beschäftigten Möller vor dem Anpfiff ziemliche Personalprobleme. Fabian Froese und Tim Rönnau müssen mit verletzten Füßen bis zum neuen Jahr warten, ehe sie wieder eingreifen können. Keeper Falk Bednarski fiel aus, nachdem er sich gegen den TuS Lübeck eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Und auch Matthis Mees’ Einsatz stand auf der Kippe, doch der Youngster lief überraschend auf. Einzig der Verbleib von Torhüter Per Hansen blieb ungeklärt. „Da stehen ein paar Einzahlungen in die Mannschaftskasse an“, kommentierte Möller die Abstinenz seines Keepers knapp. Um die Wurfgewalt des Gegners einzudämmen, agierten die Büdelsdorfer in ihrer 6:0-Deckung sehr offensiv. „Das hat uns in den ersten 45 Minuten nach vorn gebracht, aber so eine Abwehr ist schon sehr kräftezehrend“, erklärte Möller mit Blick auf die Schlussphase, in der sein Team von 25:25 auf 27:33 zurückfiel. Davor allerdings erwischte allen voran Patrick Möller einen erfolgreichen Tag. Er hielt sein Team mit elf Toren nicht nur permanent im Spiel, sondern in der ersten Halbzeit lange auch in Führung. 7:5, 12:10 und 15:13 zur Pause sind Zwischenstände, die Hoffnung aufkeimen ließen. Beim 17:18 gerieten die Gastgeber dann aber ins Hintertreffen. „Wir hätten vorne die Chancen besser verwandeln müssen, dann wäre der Rückstand zu verhindern gewesen“, so Möller. Nach dem 25:25 wurden die Beine müde und die Schritte mühselig. „Alle wollten noch, aber keiner konnte. Wir waren platt“, gab Möller zu. Die logische Konsequenz: defensiver spielen. Die daraus folgende Konsequenz: Mönkebergs Halbspieler hatten Platz zum Werfen und setzten dem BTSV am Ende eine Niederlage zu, die höher ausfiel als nötig. Möller: „Insgesamt haben alle alles gegeben, aber leider hat es dann nicht gereicht.“

Büdelsdorfer TSV: Martensen – Möller (11/1), J. Wilhelm (1), Ramm (4), Mees (2), Kiehn, G. Wilhelm, Carstens (2), Skrzypczak (2), Schmitt, Schulz, Ewert (5/2), Bittrich.

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