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Umweltschutz : Dritter Platz für Nachwuchsregisseure

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Drei Schülerinnen überzeugen die Jury des den Kieler Nachhaltigkeitspreises mit einem Film über Plastik im Meer .

Plastik im Meer – es kommt von Schiffen, aus anderen Ländern oder entsteht zu Hause. Kügelchen in Zahnpasta oder Peelings, zerbröselnde Tüten – es ist zum Teil so klein, dass man es mit dem bloßen Auge nicht sehen kann. Aber es bringt den „künstlichen Tod“. Das zeigen die drei Nachwuchsregisseure Vesna Dittmer (15) aus Rendsburg, Marlene Michaelis (14) aus Brekendorf und Stella-Marie Groß (14) aus Kiel in ihrem gleichnamigen Film, für den sie am Montag in Kiel mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurden. Diesen Preis vergab die Landeshauptstadt zum ersten Mal für vorbildliche Projekte, die zum Schutz der natürlichen Ressourcen beitragen. Die Schülerinnen machten den dritten Platz und gewannen zusammen 500 Euro.

Dabei hatten sie den Film zunächst gar nicht für den Kieler Wettbewerb produziert. Entstanden ist er im Filmcamp „Green Screen“, das im Oktober vergangenen Jahres in Kooperation mit dem Multimar Wattforum und dem Nationalpark Wattenmeer Schleswig-Holstein in Tönning stattfand. Elf Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren arbeiteten sechs Tage lang an Filmen zum Thema Wattenmeer. Betreut wurde das Camp von dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann, dem Regisseur Marco Giese und der Umweltpädagogin Martina Kriwy. Die Teilnehmer des Kurses mussten schon etwas Erfahrung mitbringen. Damit konnten die drei Gewinnerinnen aufwarten. „Wir haben uns vor zwei Jahren auf dem Einsteigercamp in Eekhold kennengelernt“, erzählt Vesna Dittmer. „Deshalb wussten wir schon, wie man einen Film macht und konnten gleich loslegen. Die Themen durften wir uns selbst aussuchen.“ Marlene Michaelis ergänzt: „Unsere Betreuer dachten, die Filmgruppe würde etwas Leichteres wählen und zum Beispiel eine Fischart vorstellen. Aber es sind viele tolle Filme zu wichtigen Umweltfragen entstanden.“ In ihrer 15-minütigen Dokumentation zeigen die Schülerinnen eine Motorabdeckung, die in einem gestrandeter Wal gefunden wurde, und berichten über Vögel, die von dem Plastikmüll erwürgt werden, mit dem sie ihre Nester gebaut haben. Sie geben Tipps, wie jeder etwas dazu beitragen kann, die Umwelt zu schützen. Und sie gehen selbst mit gutem Beispiel voran. „Ich habe alle Produkte in unserem Badezimmer überprüft und weggeworfen, was mit Plastik versetzt war“, sagt Marlene Michaelis. „Auch meine Freunde haben das getan.“ Die Regisseure sind sich allerdings einig, dass nicht alles auf den Verbraucher abgewälzt werden kann. „Es sollte Gesetze gegen Mikroplastik in Kosmetika und Kleidung geben“, sagt Vesna Dittmer. „Der Umweltschutz wird in der Politik einfach kleingetreten.“

Was die Schülerinnen mit ihrem Kieler Preisgeld machen, wissen sie noch nicht. „Vielleicht die Filmausrüstung aufstocken“, überlegt Marlene Michaelis. Bei den nächsten Naturfilmcamps wollen sie auf jeden Fall wieder dabei sein.

>„Der künstliche Tod“ und weitere Umweltdokumentationen aus dem Filmcamp: www.greenscreen-festival.de/jugend/naturfilmcamp/.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 09:44 Uhr

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