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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Prozess : Doppelmörder von Haale scheitert mit Revisionsantrag

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Bundesgerichtshof hat ein neues Verfahren als unbegründet abgelehnt. Das Landgericht Kiel hatte Dennis N. zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Fast zwei Jahre nach dem Doppelmord von Haale gilt der Fall jetzt als juristisch abgeschlossen. Der Bundesgerichtshof in Leipzig hat den Revisionsantrag des zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilten Mörders Dennis N. (30) aus Beringstedt als „offensichtlich unbegründet“ verworfen. Der Mann war vom Landgericht Kiel schuldig gesprochen worden, die Hofbesitzerin Regina F. (57) und ihre Mutter Inge S. (83) aus Habgier getötet und ihren Hof anschließend angezündet zu haben. Die Richter stellten zudem eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist ausgeschlossen, dass die Freiheitsstrafe von N. nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Der Fünfte Strafsenat des Bundesgerichtshofes entschied über den Revisionsantrag am 26. Oktober, wie gestern das Landgericht Kiel mitteilte. Der BGH-Senat besteht aus fünf Richtern, die nach Aktenlage entscheiden. Ihre Beschlüsse müssen einstimmig sein. Den Einwohnern Haales gibt die Entscheidung letzte Gewissheit und Erleichterung. Die Bürger wollen einen Schlussstrich ziehen. Bürgermeister Bernd Holm sagte zur Landeszeitung: „Der Doppelmord ist hier im Ort kein Thema mehr, es ist Gras über die Sache gewachsen. Alle sind froh, dass sie nicht mehr darüber sprechen müssen.“

Der Doppelmord hatte wegen seiner brutalen Ausführung bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Dennis N. war nach Auffassung des Gerichts am 18. November 2014 zu dem Hof seiner Opfer gefahren. Er tötete Regina F. durch Schüsse in Rücken und Hals, als sie gerade ihre Pferde versorgte. Ihrer hinzueilenden Mutter durchtrennte er von hinten die Kehle und schoss ihr dann in den Hinterkopf. Um die Tat zu vertuschen, zündete der Mörder die Leichen an.

Das Motiv war Habgier. Die Hofbesitzerin wollte von dem Automechaniker Dennis N. für 7900 Euro einen VW-Transporter kaufen. Er nahm das Geld, lieferte jedoch das Fahrzeug nicht. Mit immer neuen Ausflüchten hielt er die Frau hin. Als diese ihn unter Druck setzte und „Geld oder Fahrzeug“ forderte, eskalierte die Situation. Wie der Staatsanwalt in seinem Schlussplädoyer vor dem Landgericht sagte, habe der hochverschuldete Dennis N. das Geld nicht zurückzahlen können und mit dem Mord seine drohende Privatinsolvenz verhindern wollen.

Dennis N. wurde nach einem aufwändigen Indizienprozess verurteilt. Er selbst schwieg zur Tat. Für das Landgericht war unter anderem entscheidend, dass an und in seinem Auto Blutspuren von Inge S. gefunden wurden. Zudem hatte er nach der Tat seine Arbeitskleidung gewaschen, um Spuren zu beseitigen. Über seine Verteidiger ließ N. den Mordvorwurf bestreiten.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 19:52 Uhr

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