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Landeszeitung

03. Dezember 2016 | 14:43 Uhr

Einbrecher geschnappt : Diebe über gestohlenes iPad geortet

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Duo hatte seit Mai die Region unsicher gemacht. Einbrüche in Einfamilienhäuser. Zusammenhänge mit Taten im Süden des Landes.

Dumm gelaufen: Wer ein iPad stiehlt, sollte es nicht benutzen. Denn dies wurde jetzt zwei Einbrechern zum Verhängnis. Aufgrund der iPad-Ortung konnte die Polizei das albanische Diebes-Duo festnehmen, erklärte Polizei-Pressesprecher Rainer Wetzel gegenüber unserer Zeitung. Die Kripo stürmte ihr Hotelzimmer in Hamburg und nahm die beiden Männer im Alter von 27 und 25 Jahren fest.

Seit Mitte Mai jagt die Kriminalpolizei Rendsburg die Täter – denn seitdem hatte sie „eine auffällige Anzahl von Einbruchsdiebstählen aus Einfamilienhäusern“ registriert. Und zwar vor allem im ländlichen Raum. „Betroffen war mit Nortorf, Aukrug sowie Hohenwestedt der südliche Kreis Rendsburg-Eckernförde“, teilte die Polizei gestern mit. Doch auch weiter im Süden – in den Bereichen der Polizeidirektionen Ratzeburg und Bad Segeberg – wurden Einbrüche gemeldet, deren Vorgehensweise und Tatzeiten darauf hindeuteten, dass hier dieselben Täter am Werk waren. Einbruchswerkzeug hatten sie nie dabei, sie suchten es sich an den jeweiligen Tatorten. „Das war ein besonderes Merkmal dieser Täter“, so Wetzel.

In der vergangenen Woche – am Dienstag, 12. Juli – schlug das Duo dann erneut zu: Zwischen 8 Uhr morgens und 18.30 Uhr am Abend wurde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Ehndorf am Rande des Naturparks Aukrug eingebrochen ebenso wie in Geschendorf (Kreis Segeberg). Die Beute: Bargeld und Schmuck, aber auch Elektronikartikel wie Smartphones und iPads. Eines dieser iPads konnte die Polizei orten. Es führte sie in ein Hotel in Hamburg. Am frühen Mittwochmorgen um ein Uhr begehrten die Beamten Einlass. Sie fanden bei den beiden Albanern „umfangreiches Diebesgut“ – unter anderem auch ein iPad aus dem Einbruch in Geschendorf. Die Kripo-Beamten konnten die Beschuldigten aus Hamburg übernehmen, schnell wurde ein Haftbefehl erlassen, der vom Amtsgericht Kiel am Donnerstag bestätigt wurde. Daraufhin wurden die beiden jungen Männer in die Justizvollzugsanstalt Neumünster eingeliefert. Der von ihnen verursachte Schaden dürfte im fünfstelligen Bereich liegen, vermutet die Kriminalpolizei Rendsburg. Sie geht davon aus, dass eine Vielzahl Einbrüche, die seit Mai auf diese Art und Weise begangen wurden, auf das Konto der Albaner geht. In Hamburg wurden nicht nur das offensichtliche Diebesgut sicher gestellt, sondern auch das von dem Duo benutzte Fahrzeug eingezogen und ebenso etwa 2000 Euro Bargeld, das die beiden bei sich hatten.

Ausgegangen wird von mindestens zehn Einbrüchen: Sechs im Bereich der Polizeidirektion Neumünster (dazu gehört auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde) und vier in Niedersachsen. Auch in Nordrhein-Westfalen war es zu ähnlichen Taten gekommen, die aber dem Duo noch nicht direkt zugeordnet werden können. „Die kriminalpolizeilichen Recherchen in diesem Ermittlungskomplex dauern noch an“, heißt es im Polizeibericht.

Bei den Ermittlungen machte sich positiv bemerkbar, dass zum einem die Polizeidirektionen in Schleswig-Holstein gut miteinander vernetzt sind, merkt die Polizei an – aber genauso die Landespolizeien Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig- Holstein. Und dann half ja auch noch die Technik mit.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 09:52 Uhr

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