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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 03:10 Uhr

Basketball : Die Twisters als Sprungbrett

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Rendsburg Twisters haben mit Martell Collins den nächsten hoffnungsvollen US-Amerikaner verpflichtet. Collins soll beim Basketball-Regionalligisten Terence Billups ersetzen, der den Verein verlassen hat.

Auf diesen Anruf hat Martell Collins gewartet. Mitte vergangener Woche griff Bjarne Homfeldt zum Hörer und setzte sich mit dem bald 23-Jährigen von der Southwestern Oklahoma State University (USA) in Verbindung. Der Trainer des deutschen Basketball-Regionalligisten Rendsburg Twisters wollte in einem persönlichen Gespräch mit Collins herausfinden, wie der US-Amerikaner denn so „ticke“. Vorausgegangen waren jede Menge Telefonate Homfeldts mit Collins Agenten sowie das Sichten vieler Videos des Flügelspielers. Das, was Homfeldt aus den Gesprächen mit dem Spieler-Vermittler heraushörte, und das, was er in den Spiel-Sequenzen sah, überzeugte ihn. Also beschloss der Rendsburger Coach über eine Verpflichtung Collins nachzudenken. Ein persönliches Gespräch sollte schließlich letzte Restzweifel beseitigen. „Martell hat am Telefon einen sehr guten Eindruck hinterlassen“, berichtet Homfeldt.

Gestern konnte der Coach dann die Verpflichtung des 1,96 Meter großen Modellathleten bekannt gegeben. Nach dem Dänen Aladdin Barakeh ist Collins der „Königs-Transfer“ der Twisters. Homfeldt: „Ich denke, wir haben mit ihm einen sehr guten Griff gemacht.“ Collins’ Statistik in der vergangenen Saison verspricht jedenfalls einiges. 19,1 Punkte pro Spiel erzielte der Small Forward für sein Team, hinzu kamen im Schnitt 5,7 Rebounds. „Einen US-Amerikaner mit so einer tollen Statistik hatten wir noch nie. Das ist schon beeindruckend“, sagt Homfeldt, fügt im gleichen Atemzug aber auch an: „Zahlen sind nicht alles. Deshalb habe ich mir eben viele Videos angeschaut und bei seinen Ex-Trainern einige Erkundigungen eingeholt. Die Statistik sagt nichts über die menschlichen Qualitäten eines Spielers aus.“ Doch der Twisters-Coach hörte nur Gutes über Collins, der nach dem Anruf Homfeldts weiter von einer Karriere als Profi träumen darf. Denn nach der College-Zeit stehen die Basketballer in den USA am Scheideweg. Wer nicht gleich den Sprung in die Profiliga NBA schafft oder einen Vertrag für die Development-League, vergleichbar mit der 2. Bundesliga in Deutschland, erhält, muss auf ein Engagement in Europa hoffen. Ansonsten droht das Karriereende. „Wer in den USA erst einmal ein Jahr pausieren muss, ist weg vom Schirm“, erklärt Homfeldt. „Deshalb wird Martell sicherlich auch nicht unglücklich über meinen Anruf gewesen sein. Rendsburg kann für ihn das Sprungbrett zu einer Profi-Karriere werden.“

Terence Billups hat sich in der vergangenen Saison bei den Twisters beispielsweise ins Schaufenster gestellt und andere Vereine auf sich aufmerksam gemacht. Mit Erfolg. Der letztjährige Top-Scorer der Twisters geht in der neuen Saison für die Uniriesen Leipzig in der 2. Liga ProB auf Korbjagd. „Auch Martell, der Terence Rolle einnehmen soll, wird natürlich versuchen, sich für höherklassige Teams zu empfehlen. So ist nun einmal das Geschäft.“ Und deshalb beträgt die Vertragslaufzeit mit dem US-Amerikaner auch nur ein Jahr. Homfeldt: „Einen Zwei-Jahres-Vertrag hätte er wohl auch nicht unterschrieben. Die Fans werden wahrscheinlich keinen Spieler von Übersee länger als eine Saison in Rendsburg sehen. Damit müssen wir uns abfinden. Aber über die Position des US-Amerikaners mache ich mir am wenigsten Gedanken. Es gibt drüben so viele gute Spieler, die nur auf einen Anruf aus Deutschland warten.“

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erstellt am 21.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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