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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 18:21 Uhr

Abstimmung auf Homepage : Die Rendsburger Schwebefähre als Lego-Bausatz?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stefanie Grötzner schlägt die Hängebahn dem dänischen Spielzeug-Hersteller vor. Auf der Lego-Homepage kann man für die Fähre abstimmen. Bei 10.000 Unterstützern steigen die Chancen auf eine Markteinführung.

Rendsburg | Für viele gehört die Schwebefähre zu Rendsburg – auch wenn die alte nicht mehr und die neue noch nicht fährt. Doch es gibt eine gute Nachricht für alle Freunde der Hängebahn: Mit ein bisschen Glück gibt es in nicht allzu ferner Zukunft eine Miniaturausgabe für das heimische Wohnzimmer, zusammengesetzt aus vielen kleinen Lego-Steinen.

Die Originalschwebefähre schwebt nach einer Kollision mit einem Fachter zurzeit nicht über dem Nord-Ostsee-Kanal. Nach längerem Hin und Her steht jetzt fest: Es wird einen Neubau geben. Ob demnächst auch viele kleine Schwebefähren nachgebaut werden können, liegt mit an der Abstimmung auf der Lego-Homepage.

Die Idee dazu hatte Stefanie Grötzner aus Fockbek: Auf der Internetseite „Lego Ideas“ können Kunden Ideen für Bausätze vorschlagen, die sie gern in das Lego-Sortiment aufnehmen lassen würden. Und Stefanie Grötzner würde gern die Rendsburger Schwebefähre nachbilden. „Ich dachte mir, wenn sie schon nicht fährt, dann kann man sie sich so wenigstens für zu Hause bauen“, berichtet die 33-Jährige.

Vor etwa vier Wochen kam sie auf die ungewöhnliche Idee – und setzte sich gleich an den Computer. Dort testete sie an einem Programm, ob ihr Projekt überhaupt umsetzbar ist – und das ist es. Die finale Bestätigung gab es gestern Morgen vom dänischen Hersteller der Kunststoff-Klötzchen. Seitdem können Internet-User weltweit für die Schwebefähre aus den kleinen Steinen abstimmen.

Hat einen Entwurf für den Bausatz am Computer entworfen: Stefanie Grötzner aus Fockbek.
Hat einen Entwurf für den Bausatz am Computer entworfen: Stefanie Grötzner aus Fockbek. Foto: Privat
 

„Bei ‚Lego Ideas‘ handelt es sich um eine Crowdsourcing-Plattform“, erklärt Martina Augenstein, Pressesprecherin bei Lego. Das bedeutet, dass auf der Internetseite Ideen und Rückmeldungen dazu von außerhalb gesammelt werden. „Eine Idee braucht 10.000 Unterstützer, dann gelangt sie in die nächste Runde, den sogenannten Review-Prozess“, so Augenstein. Ob ein Vorschlag tatsächlich realisiert wird, hänge von vielen Faktoren ab, weshalb auch ein internes Team die Ideen mit ausreichend Unterstützern begutachten muss. „Vier bis fünf Ideen werden dann tatsächlich zu Lego-Produkten“, weiß die Pressesprecherin. Nachdem noch Designer aktiv geworden sind, um den Vorschlag gegebenenfalls ein wenig anzupassen, dauere es etwa sechs Monate, bis der Bausatz dann im Handel erhältlich ist.

Bis es allerdings soweit ist, hat Stefanie Grötzner noch 364 Tage Zeit, ordentlich die Werbetrommel für ihre Idee zu rühren: Insgesamt bleibt genau ein Jahr, um mindestens 10.000 Befürworter zu mobilisieren. Einen Plan dafür hat die junge Frau noch nicht. „Ich habe mich gestern so gefreut, dass es geklappt hat, dass ich den Link bei Facebook gepostet habe. Ich habe aber noch nicht mit vielen darüber sprechen können.“

Sie wünscht sich, dass ihr Projekt genug andere anspricht: „Ich will mir die Schwebefähre auf jeden Fall zu Hause bauen“, sagt Grötzner. Und weil es keine Schwebefähre ohne Eisenbahnhochbrücke gibt, will sie die auch noch bei „Lego Ideas“ einstellen. „Ich hoffe, dass ich das im September, spätestens im Oktober schaffe“, sagt die Rechtsanwältin. Ihr habe schon die Planung am Computer viel Spaß gemacht. „Es ist schön, mal was ganz anderes zu machen.“

Ein bisschen technisches Verständnis habe sie aber schon mitgebracht: „Ich restauriere einen alten VW-Käfer“, gibt Stefanie Grötzner zu. Weil es den mittlerweile als Bausatz bei Lego gibt, ist sie überhaupt erst auf die Idee gekommen, dort auch die Schwebefähre vorzuschlagen. Nun hofft die junge Frau, dass möglichst viele andere genauso begeistert sind von der Idee wie ihre Familie und Freunde. Dann gäbe es vielleicht schon bald ein Stück Rendsburger Geschichte zumindest im Miniaturformat zu kaufen – und die Schwebefähre käme ausnahmsweise mal ganz klein raus.

> Wer die Idee unterstützen möchte, kann im Internet unter https://ideas.lego.com/projects/151414 dafür abstimmen. Eine Registrierung ist notwendig.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 15:41 Uhr

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