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Sparkassen : Die nächste Fusion steht vor der Tür

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mittelholstein und Hennstedt-Wesselburen haben Gespräche aufgenommen. Sollten diese erfolgreich verlaufen, will man im Sommer 2017 fusionieren. Die Geldinstitute reagieren auf steigende Anforderungen des Gesetzgebers

In der Sparkassenbranche Schleswig-Holsteins bahnt sich die nächste Hochzeit an. Die Sparkasse Mittelholstein AG und die Sparkasse Hennstedt-Wesselburen haben Fusionsgespräche aufgenommen. Wie die Geldhäuser gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung bekanntgaben, streben sie einen Zusammenschluss bis Mitte 2017 an. Die Sparkasse Mittelholstein mit Sitz in Rendsburg (Bilanzsumme: 1,877 Milliarden Euro) ist dreimal größer als das Kreditinstitut aus Hennstedt, das zum Jahresende 2015 eine Bilanzsumme von 673 Millionen Euro auswies.

Die Initiative für die Fusionsgespräche war von der Sparkasse Hennstedt-Wesselburen ausgegangen. Laut Mitteilung reagierte der dortige Vorstand um den Vorsitzenden Harald Weiß auf die komplexer werdenden Anforderungen des Gesetzgebers, von denen vor allem die kleineren Sparkassen überproportional betroffen seien. Ein Beispiel: Damit die Bankenaufsicht etwa drohende Schieflagen rechtzeitig erkennen kann, müssen alle Geldinstitute ein umfangreiches Meldesystem einführen. Das wiederum zwingt zur Einstellung von IT-Spezialisten und Juristen und treibt die Personalkosten in die Höhe. Manfred Buncke, Vorstandschef der Sparkasse Mittelholstein, zur angestrebten Fusion: „Die Bündelung der Kräfte ermöglicht eine Betriebsgröße, die sowohl sichere als auch wirtschaftliche Abläufe fördert und weiterhin einen starken Marktauftritt sichert.“

Schieflagen gibt es weder in der einen noch in der anderen Sparkasse. Beide Häuser gelten als wirtschaftlich gesund. Die Rendsburger erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Überschuss von 2,6 Millionen Euro nach Steuern, die Hennstedter verdienten 911  000 Euro. Dennoch dürfte ein mögliches Zusammengehen laut Aussage von Experten juristisch und wirtschaftlich aufwändig sein. Denn die Sparkasse Mittelholstein mit der Hamburger Sparkasse als Mehrheitsgesellschafter wird als Aktiengesellschaft geführt, die Sparkasse Hennstedt-Wesselburen hingegen ist öffentlich-rechtlich organisiert. Konkret: Anteilseigner der Sparkasse Mittelholstein sind die Hamburger Sparkasse (65,8 Prozent), die Rendsburger Sparkassenstiftung (16,9), Privatkunden und Mitarbeiter (7,0), die Stadt Büdelsdorf (6,5), der Sparkassen-Zweckverband (2,1) und die Stadt Rendsburg (1,7). Träger der Sparkasse Hennstedt-Wesselburen ist der Zweckverband Sparkasse Hennstedt-Wesselburen. Mitglieder sind die Ämter Kirchspielslandgemeinden Eider, Büsum-Wesselburen und Kirchspielslandgemeinde Heider Umland.

Der Rendsburger Vorstandschef Buncke geht mit großem Optimismus in die kommenden Verhandlungen, die auf Augenhöhe geführt würden. „Es wird jetzt eine intensive Projektarbeit geben“, kündigte er an. Sein Hennstedter Kollege Weiß sagte, dass man die Rendsburger Sparkasse als den richtigen Partner sehe: „Die bisherigen Gespräche haben unsere Erwartungen bestätigt.“

Auf jeden Fall haben die Vorstände Rückendeckung. Der Aufsichtsrat in Rendsburg und der Verwaltungsrat in Hennstedt erteilten den Fusionsgesprächen einstimmig ihren Segen.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 13:55 Uhr

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