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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Schacht-Audorf : Die Marathon-Radler vom Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auch im hohen Alter legen Dietrich Grube (77) und Günter Wendland (80) noch lange Strecken auf dem Sattel zurück – ohne Elektro-Antrieb.

Jeden Dienstag, ob Sommer oder Winter, schwingen sich Günter Wendland aus Schacht-Audorf und Dietrich Grube aus Haßmoor auf ihre Fahrräder. Ihre Tagestouren führen zum Schönberger Strand, nach Friedrichstadt, Brunsbüttel, Husum oder rund um den Plöner See. Oft legen sie dabei täglich mehr als 100 Kilometer zurück – und das ohne jeglichen elektrischen Antrieb. Das Besondere an den beiden Radsportbegeisterten: Grube ist 77 Jahre alt, Wendland sogar noch drei Jahre älter.

„Wer macht das noch in unserem Alter?“, fragt Günter Wendland nicht ohne Stolz auf die sportliche Leistung. Der 80-Jährige hätte mit Grube vor 15 Jahren klein angefangen. Seitdem steigern sich die beiden immer weiter. Inzwischen sei man sechs bis sieben Stunden lang unterwegs.

Nach einem Schlaganfall beschloss Wendland, mehr Sport zu treiben. Damals wohnte er noch in Haßmoor-Höbek und fand in Dietrich Grube einen begeisterten Mitstreiter. „Ich habe lange Jahre Fußball gespielt und wollte danach weiter Sport machen. Und bin schon früher häufig mit dem Rad gefahren“, erklärt er. Wenn er in Rendsburg etwas zu erledigen hatte, habe er den Weg immer mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Bei ihren Sportgeräten beschränken sich die beiden Senioren auf einfache Tourenräder. „Mit E-Bikes oder Rennrädern könnte das ja jeder“, stellen sie fest. Getränke und eine Brotdose, mehr brauchen die Radfahrer für ihre Tages-Touren nicht. „Aber wir strampeln nicht wie verrückt durch die Gegend, wir schauen uns auch Kirchen, Museen und Trödelscheunen an, die auf unserem Weg liegen“, macht Grube deutlich.

Vor einiger Zeit bekam der 77-Jährige eine neue Hüfte. „Ich habe keine Reha gemacht, sondern bin gleich wieder Rad gefahren“, erklärt Grube. Während seines Krankenhausaufenthalts besuchte Wendland ihn selbstverständlich in Damp, natürlich nicht mit dem Auto, sondern auf dem Fahrrad.

Eine Straßenkarte oder gar ein Navigationsgerät brauchen die beiden Radfahrer bei ihren Ausflügen nicht. „Ich kenne Schleswig-Holstein wie meine Westentasche“, sagt Dietmar Grube . Er war als Lkw-Fahrer und Reparaturschlosser bei der Rendsburger Firma Ditting beschäftigt und „kennt jede Straße“. Aber wenn es über Wirtschaftswege geht, entdeckt er auch noch Stellen, von denen er bisher nichts wusste.

„Zu zweit machen die Touren Spaß, alleine macht man das nicht“, sind sich die beiden Radfahrer einig. Und sie sind sich sicher, damit etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun.

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