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Tierschutz : Die Krux mit den Maulwürfen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Maulwürfe haben bei Gärtnern nicht den besten Ruf. Doch die Tier sind sehr nützlich – und vertilgen Massen an Schädlingen.

Maulwürfe haben es nicht leicht: Viele Hobby-Gärtner rücken den Insektenfressern zuleibe – zum Beginn der Gartensaison mit besonders viel Enthusiasmus. So drohen den kleinen Säugetieren Fallen oder Gift, der Tod durch den Spaten oder eine Überflutung ihrer Gänge. Wer sich eines Maulwurfs entledigen möchte, ist oft erfinderisch. Dabei sind die Tiere äußerst nützlich. Auf ihrer Speisekarte stehen nämlich unter anderem Schädlinge wie Schnakenlarven, Schnecken und Engerlinge. „Pflanzen hingegen frisst er nicht an – entgegen der landläufigen Meinung“, weiß Yasmin Dannath, Vorsitzende des Nortorfer Naturschutzbundes (Nabu). Das sei die Wühlmaus, erklärt die 34-Jährige. „Da der Maulwurf ein Einzelgänger ist, duldet er allerdings keine Wühlmäuse als Mitbewohner in seinen Gängen.“

Obwohl die Diplom-Biologin durchaus verstehen kann, dass sich Gärtner mit einem besonders gepflegten Stückchen Erde über die kleinen Erdwerfer – so die Übersetzung der ursprünglichen Bezeichnung Molteworf – ärgern, ist sie selbst vor allem fasziniert. „Jeder Maulwurf hat ein eigenes Gangsystem von ungefähr 200 Metern Länge. Männchen können sich dabei auf bis zu 6000 Quadratmetern ausbreiten.“ Das Tunnelsystem jedes einzelnen Tieres setzt sich aus einer Wohnkammer sowie Lauf- und Jagdgängen zusammen. Der walzenartige Körper kommt den Tieren dabei besonders zugute – und weil sie keinen Fellstrich haben, können sie gleichermaßen gut vorwärts wie rückwärts kriechen.

Weil Maulwürfe viel Futter brauchen, sind sie auch besonders viel in ihren Gängen unterwegs. Dabei lockern sie unter anderem auch den Boden auf und sorgen so für eine gute Durchlüftung. Nicht der einzige Vorteil, wie Yasmin Dannath weiß: „Prinzipiell kann man sich über Maulwürfe freuen, denn ihre Anwesenheit zeigt, dass der Boden gesund ist, und es zahlreiche Kleinlebewesen im Boden gibt, die Nahrungsgrundlage der Maulwürfe sind.“ Der Mensch habe keinen einzigen Nachteil durch die Anwesenheit der Tiere – abgesehen von der möglicherweise gestörten Optik durch die Hügel. „Da geht es um die Frage, wie ordentlich, aber auch wie naturnah man seinen Garten haben möchte. Im Grunde ist Rasen ja eine unnatürliche Fläche.“

Am besten sei es, die Maulwürfe einfach da zu lassen, wo sie sind. Was viele nicht wissen: Es ist gesetzlich sogar verboten, Maulwürfe zu fangen oder sie mit Fallen, Gift oder Abgasen zu töten. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darf man sie noch nicht einmal stören. Wer es dennoch so gar nicht mit dem Pelzträger aushält, darf sich verschiedener Hausmittel bedienen, um zu versuchen, ihn zum Umzug zu bewegen. „Man kann beispielsweise eine Brühe ansetzen aus Knoblauch, Zwiebeln und Lebensbaumzweigen und in kleineren Mengen in die Gänge schütten. Ertränken darf man ihn nicht, da er aber sehr geruchsempfindlich ist, kann diese Methode Wirkung zeigen“, erklärt Yasmin Dannath. Außerdem könne man auch Holzpfähle in die Hügel schlagen und so oft wie möglich dagegen schlagen – denn auch das Gehör ist sehr sensibel. Spielende Kinder können denselben Effekt haben. „Generell gilt: Man braucht für alles Geduld. Und ob der Maulwurf abhaut, das bleibt die Frage“, macht die Nabu-Vorsitzende den Gärtnern keine großen Hoffnungen. Aber vielleicht freut sich der ein oder andere ja doch in Zukunft über die Anwesenheit von „Grabowski“: Durch die Auflockerung des Bodens wird der nämlich nicht nur gut durchlüftet, sondern auch drainiert. Das heißt, dass sich die Feuchtigkeit nicht anstaut. Außerdem kann man die aufgeworfene, lockere Erde aus den Maulwurfshügeln hervorragend für Blumenbeete und -kübel verwenden.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 13:17 Uhr

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