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Landeszeitung

03. Dezember 2016 | 14:45 Uhr

Profunder Kenner : Die Geschichte der Festung kompakt erzählt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stadtgeschichtler Alfred Gudd veröffentlicht neues Buch.

Wenn man durch Rendsburg streift, bemerkt man von der alten Festungsanlage so gut wie nichts mehr. Das Hohe und das Niedere Arsenal gehören zu den wenigen Bauwerken, die übrig geblieben sind. Um die Dimensionen der früheren Befestigungen erahnen zu können, muss man mit fachkundiger Anleitung durch die Stadt wandern. Oder man verlässt sich auf Alfred Gudd, den Rendsburgs Museumschef Dr. Martin Westphal als profundesten Kenner der städtischen Bauhistorie bezeichnet. Gudd hat sein Wissen über die militärisch geprägte Epoche der Stadt in einem neuen Buch zusammengefasst. „Die Festung Rendsburg“ lautet der Titel. Es ist in einer Auflage von 600 Exemplaren im Verlag F. Albers erschienen.

Über die Festung ist zwar schon viel geschrieben worden, Gudds Werk hingegen wirkt dennoch wie ein Buch, das jetzt endlich geschrieben werden musste, um Licht ins Dunkel zu bringen. Er hat die Erkenntnisse der vor seiner Zeit tätigen Historiker-Generationen gesichtet, stellenweise neu gewichtet, einige Fehlinterpretationen korrigiert und am Ende alles kompakt zusammengefasst. Das war harte Arbeit. Um die komplexe Geschichte der vor 160 Jahren nach Kopenhagen zweitgrößten Festung im Königreich Dänemark zu verdichten, benötigte er neun Monate und mehr als 100 Buchseiten.

Diese wurden reich illustriert. Das Salz in der Suppe sind die Karten und Grafiken, die den Festungszustand auf die heutige Struktur der Stadt projizieren. Anhand dieser lässt sich das Ausmaß der Anlage erkennen – und welche Teile der Stadt sich heute innerhalb der Festung befunden hätten. Zudem bekommt man einen Überblick über die Ausläufer der Eider, es gab sogar einen kleinen Stichkanal, der im Innenhof des Arsenals endete. Gudd griff vielfach auf vorhandenes Kartenmaterial zurück, und wenn es nicht anders ging, zeichnete er eben selbst. Wer sich in das Material hineinvertieft, kann in Erinnerungen schwelgen – und sich Träume ausmalen: Hätte der dänische König Frederik VII. darauf verzichtet, im Jahr 1852 die Abbrucharbeiten anzuordnen, wäre Rendsburg heute im Besitz einer Attraktion, die sogar die Eisenbahnhochbrücke in den Schatten gestellt hätte. Der Bahnhof allerdings wäre dann möglicherweise etwas weiter östlich entstanden, um der Festung nicht in die Quere zu kommen.

Wer nach der Lektüre des Buches Appetit auf mehr bekommen hat, sollte den Museen im Kulturzentrum einen Besuch abstatten. Die dort ausgestellten Modelle der alten Stadt Rendsburg vermitteln einen plastischen Eindruck davon, wie die Festung die Stadt geprägt hat. Museumschef Westphal kennt sich aus mit der Materie: Er schrieb das Vorwort zum Gudd’schen Buch.

> Alfred Gudd: „Die Festung Rendsburg“, erschienen im Verlag F. Albers, erhältlich in allen Rendsburger Buchhandlungen, in den Museen im Kulturzentrum und im Schifffahrtsarchiv, Preis: 19.90 Euro.

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erstellt am 23.Okt.2016 | 07:00 Uhr

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