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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Rendsburger Kanaltunnel : Der verbotene Tunneltrip und seine Folgen

vom

Zwei Männer missachten die Absperrung und durchfahren die gesperrte Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels. Das hat Konsequenzen.

Rendsburg | Wird im Rendsburger Kanaltunnel überhaupt gearbeitet? Dieser Frage wollen zwei Männer auf den Grund gehen und durchqueren die gesperrte Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels. Sie filmen die verbotene Fahrt. Der 83 Sekunden lange Clip, der unserer Redaktion zugespielt wurde, sorgt für Aufsehen.

In der für den Tunnel zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) löste das Video Erstaunen aus. Und es hat Folgen: „Das kann mit Gefahren verbunden sein“, warnte der zuständige WSV-Planungsgruppenchef Sönke Meesenburg. „Wir haben umgehend das Baustellen-Konsortium gebeten, die Absperrung zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.“ Meesenburg riet Autofahrer dringend davor ab, sich über das Durchfahrtsverbot hinwegzusetzen.

Der Polizei liegen keine weiteren Fälle von illegaler Fahrten durch den Kanaltunnel vor. Sollte ein Autofahrer ertappt werden, wird er wegen einer Ordnungswidrigkeit zur Kasse gebeten. Kostenpunkt: 20 Euro. Es handele sich um das Durchfahren eines gesperrten Bereichs, so Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Voraussetzung für eine Ordnungswidrigkeit sei allerdings, dass kein anderer Mensch gefährdet wurde oder zu Schaden gekommen ist, betonte Hinrichs. „Sollte das der Fall sein, könnten wir schnell in den Bereich einer Straftat kommen.“

Auf shz.de und Facebook führte das Video zu zahlreichen und teils heftigen Reaktionen. Die große Mehrheit der Leser und User zeigte Verständnis für die Fahrt der Männer. „Mich macht es gerade wütend, es müssen täglich viele Lkw und Transporter durch den Tunnel, und die halten einen neuen Tunnel zu. Mit welcher Berechtigung?“, regte sich eine Frau auf.

Der Kanaltunnel wird seit 2011 saniert. Urspünglich hätte er bereits 2013 fertig sein sollen. Jetzt wird von der Kanalverwaltung laut einer Prognose aus dem Mai Anfang 2019 angepeilt. Beobachter halten auch dieses Ziel inzwischen für unrealistisch. Einen Termin für die Freigabe der fertig sanierten Oströhre, bei der nur noch die Freigabe durch den Tüv fehlt, gibt es nach Angaben von Meesenburg noch nicht.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 16:03 Uhr

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