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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Oströhre wieder frei : Der neue Verkehrsfluss im Tunnel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Freigabe der sanierten Oströhre in der Nacht auf Sonnabend klappte reibungslos. Frühestens am 17. Oktober kann der Verkehr auf der B77 wieder vierspurig fließen – bis auf weiteres.

Zwei Tage nach Freigabe der sanierten Hälfte des Kanaltunnels für den Verkehr zeigte sich Sönke Meesenburg zufrieden. Die Öffnung der Oströhre in der Nacht auf Sonnabend sei ohne Probleme verlaufen. „Alle Beteiligten haben sehr gut zusammengearbeitet“, sagte der Leiter der Planungsgruppe für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals gestern. Die Abteilung in der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ist für das Großprojekt zuständig. Um 3.45 Uhr am Sonnabend wurde die Vollsperrung der B  77 unter dem Nord-Ostsee-Kanal aufgehoben.

Als Erster durchfuhr an diesem Morgen der Rendsburger Gastronom Giorgio De Matteis die frisch sanierte Tunnelröhre. „Ich bin gerade auf dem Weg zum Hamburger Großmarkt und habe von der bevorstehenden Öffnung gehört“, erklärte der „Pane Vino“-Chef. Da er der Erste in der sanierten Oströhre sein wollte, nahm der schnelle Italiener sogar eine halbe Stunde Wartezeit vor einer der Absperrungen in Kauf. „Schön, dass nun schon einmal eine Seite des Tunnels fertig ist“, freute sich Giorgio De Matteis. „Das feier ich heute Abend mit einem Glas Prosecco.“

Die Verantwortlichen vor Ort reagierten ebenfalls erleichtert. „Auch wenn es für viele teilweise nicht so aussah, dass etwas passiert – wir haben mit Hochdruck an der Tunnelsanierung gearbeitet“, versicherte Frithjof Garrn, der die Kanaltunnel-Baustelle von Beginn an leitet. Neben der offensichtlichen Erneuerung der Röhre seit Juli 2012 wurde auch die komplette Technik überarbeitet. Altbewährtes konnte übernommen werden, der Rest durch hochmoderne Sicherheitstechnik ersetzt. „Für die Anlaufphase haben wir vorsichtshalber sogar einen zweiten Leitstand eingerichtet, falls irgendetwas ausfallen sollte“, merkte Garrn an. Auf den angekündigten Rundfunkempfang im Tunnel müssen die Verkehrsteilnehmer allerdings noch ein paar Jahre warten. Diesen Service werde es erst nach Ende der Gesamtsanierung geben, kündigte Meesenburg auf Nachfrage an.

Um 21 Uhr am Freitagabend war die Bundesstraße 77 im Bereich des Tunnels gesperrt worden. „Rettungs-, Einsatz- und Löschfahrzeuge werden natürlich weiterhin durchgelassen“, berichtete Garrn, während er in der Nacht des Seitenwechsels immer wieder die Umbauten an der Streckenführung kontrollierte. Absperrbaken mussten versetzt, Linien neu gezogen werden. „Einige Fahrbahnmarkierungen werden aufgemalt, andere nur aufgeklebt – wenn das Wetter mitspielt.“ Autofahrer, die auf der westlichen Spur unterwegs sind, müssen an den Tunnelportalen wegen der kurvigen Verkehrsführung nun besonders aufmerksam sein.

Die vorübergehend stillgelegte Weströhre wird von heute bis Freitag gereinigt. Danach steht eine Bauwerksprüfung an (10. bis 14. Oktober). Sollten bei der Untersuchung keine schweren Schäden festgestellt werden, wird die Röhre frühestens am 17. Oktober dem Verkehr übergeben. Für unbestimmte Zeit wären dann alle vier Tunnelspuren befahrbar. Die Grunderneuerung der Westhälfte soll erst beginnen, wenn mit den Baufirmen ein verbindlicher Bauzeitenplan vereinbart wurde.

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