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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Großes Haaler Gehege : Den Wald mit allen Sinnen begreifen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

320 Fünftklässler bei den Jugendwaldspielen im Großen Haaler Gehege. Kleine Pause auf dem 1000-Euro-Eichenstamm.

Mit ganz viel neuem Wissen über Fauna und Flora sind die Teilnehmer der Jugendwaldspiele nach Hause zurückgekehrt. Verteilt auf zwei Tage, besuchten insgesamt 320 Fünftklässler von Schulen aus Todenbüttel, Nortorf, Jevenstedt und Schacht-Audorf das Große Haaler Gehege. Nach einem Waldspaziergang unter sachkundiger Führung konnten die Schüler bei Frage-, Spiel- und Kreativaufgaben Punkte für die Klassenwertung sammeln.

„Sinn und Zweck unserer Jugendwaldspiele besteht darin, dass mehr Kinder den Wald als Lebens-, Lern- und Spielort erfahren können“, erklärte Revierförster Sören Reimers von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, während die Klasse 5a der Gemeinschaftsschule Nortorf gerade zu ihrem lehrreichen Spaziergang durchs Haaler Gehege startete. „Die Schüler sollen mit und in der Natur lernen und den Wald mit allen Sinnen begreifen“, sagte Reimers. Die 5a aus Nortorf war derweil an einem ersten Haltepunkt angekommen, wo drei Verbotsschilder den Kindern bei der Beantwortung der Frage von Jürgen Stieper halfen, was man im Wald alles nicht darf, nämlich: Müll entsorgen, mit dem Mofa durch die Gegend brettern oder den eigenen Hund von der Leine lassen.

Sören Reimers hatte bei seiner Suche nach ehrenamtlichen Experten für die Waldspaziergänge der Schulklassen wieder zwei Volltreffer gelandet. Der pensionierte Lehrer Jürgen Stieper hat zwei Jahrzehnte lang das Burger Waldmuseum geleitet. „Ganz früher hab ich in der Freudenberger Dorfschule unterrichtet“, erzählte der Brinjaher, „da bin ich jeden Morgen hier durch den Wald zur Schule marschiert und hab die Hirsche begrüßt.“ Ebenfalls neu im ehrenamtlichen Expertenteam war die Vorsitzende des Naturschutzrings Aukrug, Petra Harms. Der zweite Haltepunkt für die 5a aus Nortorf war ein zehn Meter langer Eichenstamm. „Hat den ein Harvester gefällt?“, wollte Stieper wissen. „Nein, der ist zu groß für einen Harvester“, entgegnete Reimers und berichtete von einer aktuell großen Nachfrage nach Eiche auf dem Holzmarkt. Das Holz der 200 Jahre alten Eiche aus dem Haaler Gehege geht nach Niedersachsen, wo daraus Dielenböden hergestellt werden sollen. Für Holz dieser Qualität bekomme man derzeit 200 Euro pro Kubikmeter, teilte Reimers mit.

Stieper rechnete aus, welcher Gesamtpreis sich daraus für eine Eiche mit einem Volumen von fünf Kubikmetern ergibt, und wandte sich an die auf der Eiche rastenden Fünftklässler: „Da sitzt ihr also jetzt auf 1000 Euro!“

 

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