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Schiffsbegrüßung in Rendsburg : „Brückenterrassen“: Neustart im Jahr ohne Schwebefähre

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein neuer Betreiber will den lädierten Ruf des Lokals vergessen machen. Hier erklärt er, wie.

Rendsburg | Neues Mobiliar, neue Technik und ein neuer Chef mit frischem Elan: Das Restaurant „Brückenterrassen“ unter der Eisenbahnhochbrücke befindet sich nach der Insolvenz im vergangenen Jahr wieder auf Kurs. Seit April ist Ullrich Heldt offiziell Betreiber des Traditionslokals am nördlichen Kanalufer. Der 47-jährige Gastronom will mit der alten Belegschaft und einer modernisierten Ausstattung den zuletzt arg lädierten Ruf des Hauses vergessen machen.

Seit dem 1. Mai hat es täglich ab 9 Uhr geöffnet. „Wir sind startbereit, obwohl es immer noch kleine Reparaturen gibt.“ Der gesamte Innenbereich des Lokals wurden mit neuen Tischen und Stühlen bestückt. Neues Mobiliar für den Außenbereich wird in zwei Wochen erwartet. Um junges Publikum und Familien anzuziehen, will Heldt einen Bereich mit Liegestühlen und eventuell eine Spielecke für Kinder einrichten.

Innen wurde der kleine und versteckt gelegene Ausschank durch einen großzügigen Tresen ersetzt. Einen Raucherraum gibt es nicht mehr. Die Ecke steht jetzt Vereinen, Seminaren und geschlossenen Gesellschaften mit bis zu 40 Personen zur Verfügung. Die in der Vergangenheit häufig bemängelten Toiletten wurden von Grund auf saniert. Auch die Küche ist jetzt auf dem neuesten Stand. Zum Einsatz komme jetzt modernste Schank- und Kühltechnik, betont Heldt. Den Stil der Küche wolle man beibehalten. „Gute Hausmannskost mit einer saisonalen Karte.“

Die Zielgruppe beschreibt der Gastwirt mit „8 bis 80. Wir wollen nicht nur Busreisende anlocken, sondern auch die Rendsburger.“ Durch ein nettes Ambiente und eine vernünftige Küche wolle man in der Stadt und darüber hinaus wieder zu einer beliebten und empfehlenswerten Adresse werden. Auch bei Veranstaltungen wie dem Ruder-Marathon und der NOK Romantika werde man sich stärker als bisher einbringen.

Für Heldt ist es der erste eigene Betrieb. Neu in der Gastroszene ist er aber nicht – im Gegenteil. Seit 2000 war der 47-Jährige bei der Flensburger Brauerei tätig, die letzten Jahre im Außendienst. Das Unternehmen hilft beim Neustart am Kanalufer kräftig mit. „Für die Brauerei ist es wichtig, dieses Objekt als Leuchtturmprojekt im mittleren Schleswig-Holstein zu halten“, sagt Heldt. Insgesamt 450.000 bis 500.000 Euro fließen nach seinen Angaben in die neuen „Brückenterrassen“. Das Gebäude hat die eigens für die Übernahme gegründete Firma Brücken Immobilien erworben, das Grundstück gehört weiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Heldt pachtet es die nächsten zwölf Jahre.

Dass ausgerechnet im Jahr des Wechsels die Schwebefähre nicht nur ausfällt, sondern nach der kompletten Demontage nicht einmal zu sehen ist, findet Heldt „ärgerlich, aber nicht zu ändern. Wir freuen uns, wenn sie wieder in Betrieb geht.“ Noch nicht abschätzen kann er, wie sich das Fehlen der Kanalquerung in unmittelbarer Nachbarschaft auf den Umsatz auswirken wird.

Bei den Schiffsbegrüßern, die fest zum 20- bis 25-köpfigen Team der „Brückenterrassen“ zählen und wie normale Mitarbeiter bezahlt werden, ist die Freude groß. „Wir sind hochzufrieden. Der neue Betreiber und wir sind auf einer Ebene. Das Schiff ist wieder auf Kurs“, hebt Wolfgang Martens stellvertretend für seine vier Kollegen hervor. Der 72-jährige Ex-Polizist macht keinen Hehl daraus, dass die vergangenen Jahre kein Vergnügen waren. Es sei wirtschaftlich permanent bergab gegangen. „Das Management hat nicht funktioniert.“ Jetzt hoffen Heldt und Martens, dass sich die Veränderungen schnell im Raum Rendsburg herumsprechen.

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erstellt am 07.Mai.2016 | 06:00 Uhr

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