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Landeszeitung

28. März 2017 | 02:29 Uhr

Einbürgerungen : Briten-Boom in der Ausländerbehörde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Noch nie zuvor haben so viele Bürger aus dem Vereinigten Königreich den deutschen Pass beantragt.

So viele Briten wollten sich wohl noch nie im Kreis Rendsburg-Eckernförde einbürgern. Der Fachdienst Zuwanderung verzeichnet seit dem vergangenen Jahr einen starken Zuwachs von Anträgen auf die deutsche Staatsbürgerschaft, die von Einwohnern mit britischem Pass gestellt werden. Hintergrund ist offenbar der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (siehe Interview oben). Dazu hatte sich das Volk des Vereinigten Königreichs im Juni 2016 per Referendum entschieden. Sollte das „Brexit“-Gesetz kommende Woche in London verabschiedet werden, beginnen die zweijährigen Austrittsverhandlungen Ende dieses Monats.

„Die Gründe der Antragsteller sind unterschiedlich, aber der ‚Brexit‘ hat auch etwas damit zu tun, denn nach dem Referendum haben sich mehrere Briten aus dem Kreis zum Thema Einbürgerung bei uns beraten lassen“, sagt Jörn Petersen, Leiter der Zuwanderungsbehörde. Bislang sei der Anteil von Briten, die die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt haben, verschwindend gering gewesen. Doch nach der Entscheidung zum „Brexit“ gingen im vergangenen Jahr gleich fünf Anträge bei Petersen ein. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres haben bereits sieben Briten Interesse bekundet. Drei davon werden heute von Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer neben 60 weiteren Antragstellern anderer Nationen (siehe Info-Kasten) feierlich im Kreistagssitzungssaal eingebürgert. Petersen glaubt, dass im Laufe des Jahres noch weitere Briten hinzukommen, da noch zwei Einbürgerungsfeiern veranstaltet werden.

Hintergrund für den Boom britischer Neubürger ist, dass sie nur noch bis zum EU-Austritt die Chance auf die doppelte Staatsbürgerschaft haben. „Bei Einbürgerungen ist es so, dass Angehörige von EU-Mitgliedsländern ihre ursprüngliche Staatsbürgerschaft behalten können. Sie haben dann zwei Pässe – einen deutschen und den ihres Heimatlandes“, erklärt Petersen. Menschen aus anderen Staaten haben dieses Recht nicht, sie müssen ihren alten Pass abgeben. „Jetzt kommt es auf die Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU an, wie damit künftig umgegangen wird.“ Vielleicht ähnlich wie mit Schweizern oder Norwegern, denn für die gelten ähnliche Regeln wie für EU-Bürger.

Seit 2002 sind im Kreis jährlich zwischen 120 und 290 Menschen eingebürgert worden. Voraussetzung ist unter anderem, dass Antragsteller seit mindestens acht Jahren in Deutschland leben und eine Aufenthaltserlaubnis haben. Zudem müssen sie für sich selbst sorgen können und dürfen sich nicht strafbar gemacht haben. Vor der Einbürgerung werden zudem Sprachkenntnisse abgefragt.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 15:38 Uhr

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