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Landeszeitung

07. Dezember 2016 | 15:40 Uhr

Gefahr gebannt : Brennendes Silo: Wehrleute schwebten in großer Gefahr

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Löscharbeiten dauerten bis in die Nacht. Polizei geht von mechanischem Defekt aus. 100000 Euro Schaden.

Nach dem Brand im Getereidesilo im Kreishafen am Mittwochabend scheint es so, als ob Rendsburg noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Denn im schlimmsten Fall hätte es zu einer Staubexplosion kommen können. „Das wäre dramatisch für unsere Einsatzkräfte geworden. Dann hätte ich Sorge gehabt, unsere Kameraden lebend aus dem Silogebäude wieder herauszubekommen“, sagt Wehrführer Gerrit Hilburger. Vermutlich hätte auch das Verwaltungsgebäude neben dem Silo etwas abbekommen. Vorsichtshalber seien die Fahrzeuge der Feuerwehr und die Einsatzkräfte, die gerade nicht an den Löscharbeiten beteiligt waren, hinter anderen Gebäuden in Deckung gegangen. Für Menschen und Gebäude in der Stadt hätte aber keine Gefahr bestanden. Um das Silo herum war eine dreihundert Meter große Sicherheitszone eingerichtet worden „und die Trümmerteile wären nicht kilometerweit durch die Luft geflogen“, beruhigt der Wehrführer. Für den Fall der Fälle haben Silos Sollbruchstellen, die Schlimmeres verhindern. Dennoch: „Wäre es zur Explosion gekommen, hätte sich das Gebäude in seine Einzelteile zerlegt“, so Hilburger.

Die Löscharbeiten waren für die Feuerwehrleute Schwerstarbeit. Um 18.04 Uhr rückten die Wehren aus Rendsburg, Büdelsdorf und Westerrönfeld aus, außerdem der Löschzug Gefahrgut und das Deutsche Rote Kreuz. Die Einsatzkräfte mussten in voller Montur mühsam jedes der neun Stockwerke des Getreidesilos nach einem Brand durchsuchen. „Die Kameraden waren schon fertig, als sie oben angekommen sind“, sagt Hilburger. Nach zwei Stunden Löscharbeit bei saunahaften 50 Grad wurden die Wehrleute abgelöst und erschöpft nach Hause geschickt.

Im siebten Stock zeigte die Wärmebildkamera bei einem Mühlenluftfilter eine extreme Hitzeentwicklung an. Sogar die Glasbausteine an der Außenhaut des Gebäudes seien geschmolzen. Ein unvorsichtiger Löschversuch hätte wohl unweigerlich zur Katastrophe geführt. Hilburger: „Wenn wir das Strahlrohr in den Filter reingehalten hätten und es zu einer Verwirbelung gekommen wäre, hätte das wohl zur Explosion geführt.“ Zunächst versuchten die Wehrleute , dem Feuer die Sauerstoffzufuhr abzubinden, in dem sie eine Stahlplatte auf das Abluftrohr des Filters montierten. Dann versuchten sie, das Feuer mit Kohlenstoffdioxyd zu löschen. „Zunächst sank die Temperatur auch von 400 Grad auf unter 100 Grad, doch dann stieg sie wieder an.“ Der Brand war immer noch nicht unter Kontrolle. Erst als der brennende Inhalt des Filters mit Schaufeln in Metallloren befördert und abtransportiert wurde, konnte das Feuer gegen 1 Uhr morgens gelöscht werden. Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte vor Ort. Die Ermittler der Polizei gehen von einem mechanischen Defekt als Ursache aus. Es entstand ein Schaden von 100 000 Euro. Für die Landeszeitung war gestern weder ein Verantwortlicher des Silobetreibers, der Vollkraft Mischfutterwerke GmbH, noch von der Muttergesellschaft Ceravis AG zu erreichen.  

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