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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Protestaktion : Brekendorfer wider den „Irrsinn“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Protest gegen den vom Kreis genehmigten Kiesabbau am Nielander Weg. Bürgermeister Guthardt: Die Fläche ist ungeeignet.

Pünktlich zum Auftakt der Kundgebung am Freitagabend hörte der Regen auf. Die rund 180 Teilnehmer der Protestaktion gegen den Kiesabbau in Brekendorf konnten die Regenschirme ein- und die Plakate und Schilder auspacken. „Stopp“ stand darauf, „Kein Kiesabbau im Norden“ oder auch „Ja zum Kiesabbau vor dem Kreishaus“ als Fingerzeig in Richtung Kreisverwaltung, die das Bauvorhaben der Firma Nissen aus Lohe-Föhrden genehmigt hat.

Vor dem Haus der Vereine und Verbände begrüßten Tino Sieg, Werner Schurawitzki und Kerstin Wagner von der Bürgerinitiative die Frauen, Männer und Kinder. Sie machten vorweg deutlich, dass die Demonstration nicht grundsätzlich gegen den Kiesabbau im Dorf gerichtet sei, sondern nur gegen die knapp zehn Hektar große Fläche im Norden. Im Trocken- und Nassabbau am Nielander Weg sollen rund 726  000 Kubikmeter Sand und Kies bis in eine Tiefe von 22 Metern gewonnen werden. Im September 2015 hat der Kreis das Vorhaben genehmigt, obwohl Gemeinde und Bürger Einwände vorgebracht hatten. Die Gemeinde, so betonte auch Gerhard Guthardt später auf der Kundgebung, habe sogar Flächen von rund 100 Hektar für den Abbau zur Verfügung gestellt. Flächen im Süden und Südwesten nahe der Autobahn, in der Nähe der aktuellen Kiesgruben. Hier beeinträchtigt der Abbau die Bevölkerung vergleichsweise gering. „Die Fläche am Nielander Weg aber führt den Schwertransport durchs Dorf“, sagte Schurawitzki. 50 Fahrten pro Tag rein und wieder raus. „Das Gebiet befindet sich am Rand des Naturparks Hüttener Berge, mitten im Erholungsgebiet und liegt in der Hauptwindrichtung“, sagte Kerstin Wagner. „Das Verfahren ist voller Ungereimtheiten“, sagte sie und betonte, dass die Entscheidungsfindung des Kreises nicht nachvollziehbar sei. Von der Kreispolitik hatte Thorsten Schulz (CDU) den Weg nach Brekendorf gefunden. Er wolle sich solidarisch zeigen. „Die Planungshoheit der Gemeinde hätte mehr berücksichtigt werden müssen“, sagte der Bünsdorfer. Es gebe Gemeinden, die wollten Kiesabbau und bekämen ihn nicht genehmigt, andere lehnten Abbau ab und müssten es hinnehmen. Das passe nicht.

Vom Treffpunkt aus ging es zum Abbaugebiet am Nielander Weg. Kies, den die Bürger am Gemeinschaftshaus in kleinen Eimern mitgenommen hatten, wurde hier in die Zufahrt gekippt – eine symbolische Geste, die sagen soll: „Nicht hier durch“. Bürgermeister Guthardt fand anschließend deutliche Worte für das laufende Verfahren. Nachdem die Gemeinde Widerspruch gegen die Entscheidung der Planfeststellungsbehörde eingelegt hatte, hat die Gegenseite den sofortigen Vollzug beantragt. Der Kreis gab dem Antrag statt. Auch hiergegen klagte Brekendorf. „Es ist unbegreiflich“, sagte Guthardt, in seiner 26-jährigen Amtszeit habe er solch ein Verhalten noch nicht erlebt. Guthardt wies auf einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan und Landschaftsplan hin, die darlegten, dass die Fläche im Nielander Weg für den Kiesabbau ungeeignet sei. „Es ist ein Irrsinn“, sagte der Gemeindechef. Erneut wurden Unterschriften gegen den geplanten Abbau gesammelt, die dem Kreis in Kürze vorgelegt werden sollen.  

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erstellt am 02.Mai.2016 | 10:14 Uhr

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