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Landeszeitung

07. Dezember 2016 | 13:29 Uhr

Musik Festival : Bolero unter grauem Himmel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Voller Erfolg: Mehr als 300 Zuhörer verfolgten das Open-Air-Konzert auf dem Altstädter Markt. Die Orchesterakademie des Musik Festivals gab Kostproben ihres Könnens.

Freudige Überraschungen: Obwohl das Wetter nicht richtig mitspielte, war der Altstädter Markt schon lange vor dem offiziellen Beginn des 2. Rendsburger Festivaltags voll besetzt. Große Party-Schirme schützten vor dem Nieselregen, der inzwischen sogar mal Pause machte. Seit Montag probten die jungen Musiker des Schleswig-Holstein Festival-Orchesters im Nordkolleg, gestern Nachmittag zeigten sie, was sie können: Lauter Knalldonner von großer Trommel und Pauken mit fantastisch besetzten Bläsern machte auf eine besondere Art der Stadtbesetzung aufmerksam. Die Orchesterakademie war angekommen! Das spürte und hörte jeder. Erstklassige und frische Klänge gehören nun zu Rendsburg.

Ein besser geeignetes Werk als die „Fanfare for the common man“ des amerikanischen Komponisten Aaron Copland gibt es kaum. Damit war nach den ersten Trommel- und Paukenschlägen auch klar, dass nicht nur das Tourismus- und Stadtmarketing gute Arbeit geleistet und neugierig auf die kommende Festival-Saison in der Stadt gemacht hatte. Auch die Gastronomen gaben ihr Bestes und servierten Wein, Bier, Sekt, Wasser und Fischbrötchen. Der Festivaltag begeisterte alle.

110 Musiker aus 25 Nationen wurden aus 1700 Bewerbungen ausgewählt. Nur die Besten der Besten wurden zur Teilnahme an der Orchesterakademie zugelassen. Virtuos, auch mit Humor und gekonnt begeisterten die Blechbläser.

„Was für ein Glück, dass wir sie hier haben“, schwärmte Peter Erichsen vom Storyville Jazzclub. „Und alles junge Leute!“ Erstaunlich, was die jungen Musiker in einer halben Woche unter Leitung erfahrener Stimmführer geschafft haben. Ein Vorgeschmack auf die Festival-Konzerte in der Region, auch eine kleine „Entschädigung“ für das schon lange ausverkaufte Tea-Time-Konzert. Eine Ahnung vom Programm der ersten Orchesterprobenphase gab es im zweiten Musik-Block: Die Haydn-Variationen von Kohannes Brahms und den „Bolero“ von Maurice Ravel in der Fassung für zehn Cellisten: Große Werke im Kleinformat. Auch die Musiker machten neue Erfahrungen. Sie lernten Wäscheklammern zu schätzen, die bei Wind und Wetter Notenblätter an den Pulten festhalten.

Agnes Monreal und Bürgermeister Pierre Gilgenast hatten den Nachmittag eröffnet. Trotz des schlechten Wetters waren beide glücklich über den großen Zuspruch. „Damit beginnt die Musiksaison. Eine Bereicherung für die Stadt. Hohes Niveau, das fürs Publikum kostenfrei angeboten wird. Eigentlich unglaublich“, sagte Gilgenast. Wie auch zum Schluss die Schlagwerk-Abteilung: Trommel- und Triangelklänge von allen Seiten. Aus dem Publikum schälten sich vier Könner heraus, die von der Nordkolleg-Bühne mit großer Marimba äußerst vertrackte Rhythmen mitreißend spielten. Johlende Begeisterung des Publikums. Angetan von ihrer neuen Tätigkeit beim Musik Festival und der Atmosphäre im Nordkolleg war auch Agnes Monreal. Hatte sie doch am Vorabend mit dem Orchester das legendäre „Welcome Barbecue“ zusammen mit allen Orchestermitgliedern genossen und sich mit dem Schleswig-Holstein-Wetter angefreundet. Als der Bürgermeister sie fragte, was sie von Rendsburg halte, blickte die Leiterin skeptisch zum Himmel. Alles wunderbar, bis auf das Wetter, sollte das heißen.

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