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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 03:17 Uhr

Radar-Kontrollen in SH : Blitzer auf der Rader Hochbrücke bescheren dem Kreis eine Million Euro

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Erträge aus den Radar-Kontrollen übersteigen alle Erwartungen. 17.600 Fahrer waren seit Januar zu schnell unterwegs.

Rendsburg | Die Blitzer auf der Rader Hochbrücke erweisen sich als echter Gewinn für den Haushalt des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Bereits jetzt wird deutlich, dass die Einnahmen aus Bußgeldern für zu schnelles Fahren alle Erwartungen für dieses Jahr übertreffen. „Die statistischen Auswertungen sprechen eine deutliche Sprache“, sagte Andreas Brück, Leiter der Straßenverkehrs- und Bußgeldbehörde.

Die Verwaltung hatte damit gerechnet, dass sie mit Bußgeldern aus dem gesamten Kreisgebiet in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro einnimmt. Zwischen Januar und September haben die Erträge aber bereits 2,3 Millionen Euro erreicht. Allein die Blitzer auf der Brücke bringen eine Million Euro ein. Deshalb ist sich Andreas Brück sicher: „Bis zum Ende des Jahres kommen wir auf Erträge von insgesamt 2,8 Millionen Euro.“ Das entspricht genau dem Betrag, den die Verwaltung für das Jahr 2017 eingeplant hat.

Das Land hatte im September 2015 vier Radaranlagen installiert, je Richtung jeweils eine an beiden Enden der Brücke. Damit will es gewährleisten, dass die Lasterfahrer sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Denn das größte Problem für die Standfestigkeit der angeschlagenen Brücke ist, dass vor allem die Lastwagen schneller fahren als die erlaubten 60 Kilometern pro Stunde. Dadurch wird das Bauwerk zu stark belastet und könnte nicht mehr bis zum Jahr 2026 halten. Erst dann kann der Verkehr frühestens über die neue Brücke fahren.

Knapp 17.600 Fahrzeuge sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits so schnell auf der A7 über die Brücke gefahren, dass ein Bußgeld fällig wurde. Für Ordnungswidrigkeiten, für die eine Strafe von weniger als 60 Euro anfällt, ist das Land zuständig. 10.000 Bußgeldbescheide sind erlassen worden, sagt Andreas Brück. Die restlichen 7600 sind im Sande verlaufen. Meistens, weil die Verjährungsfrist von drei Monaten abgelaufen war. Oder weil ausländische Halter schlichtweg nicht auf den Bescheid reagierten.

Acht europäische Länder haben dem Datenaustausch mit Deutschland zugestimmt, so dass Verkehrssünder eigentlich zur Rechenschaft gezogen werden können. Nicht dabei ist Dänemark. Lastwagen von dort nutzen jedoch besonders häufig die Transitstrecke über die Rader Hochbrücke. Wie hoch die Summe der Bußgelder ist, die dem Kreis durch unerkannte Ausländer „durch die Lappen“ geht, ist nicht bekannt. „Die bekommen wir gar nicht erst auf den Tisch“, so Andreas Brück. Für die Auswertung ist das Land zuständig. Das hält es aber für zu aufwendig, die Daten zu ermitteln, hieß es.

Wenn Laster die Geschwindigkeitsbegrenzung um 16 Kilometer pro Stunde überschreiten, wird ein Bußgeld von 70 Euro fällig, ab 21 Kilometern pro Stunde sind es 80 Euro, ab 26 Kilometern pro Stunde 95 Euro und ab 31 Kilometern pro Stunde werden 160 Euro berechnet.

Obwohl die Erträge aus den Brücken-Blitzern bereits 2016 die Prognose für 2017 erreichen, will die Verwaltung ihren Haushaltsansatz zunächst nicht erhöhen. Denn sie rechnet damit, dass die Zahl der Bußgeld-Verfahren sinkt, nachdem sich die Fahrer an die Radarfallen gewöhnt haben.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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