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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 23:14 Uhr

„Bewegen statt ruhen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Imland-Chefarzt Dr. Steffen Oehme sprach im Hohen Arsenal über Gelenkverschleiß und Therapien

Probleme mit den Gelenken sind ein Massenphänomen. Dr. Steffen Oehme, Chefarzt im Gelenkzentrum der Imland-Klinik Eckernförde, weiß, wovon er spricht. Täglich behandelt er Patienten, die über Schmerzen im Knie, in der Hüfte oder in den Schultern klagen. Nicht immer ist gleich eine Operation die beste Lösung. Wie man die Gelenke lange Zeit fit hält oder den Verschleiß verlangsamt, erläuterte er am Mittwochabend im Hohen Arsenal im Rahmen der Vortragsreihe „Medizin erleben“ – eines gemeinsamen Projekts der Landeszeitung und der Eckernförder Zeitung mit der Imland-Klinik.

Die dritte Auflage der Vortragsreihe war zugleich die bisher erfolgreichste. Fast 400 Menschen waren erschienen. Und Oehme räumte sogleich mit der weitverbreiteten Fehlinformation auf, dass Gelenke durch Nichtbewegen geschont würden. Das Gegenteil sei der Fall. Jeder Mensch kann selbst viel für seine Gelenke tun, indem er sie regelmäßig und ausdauernd bewegt. Denn bei der Bewegung werden die Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit in den Knorpel einmassiert. Allerdings sollten Extrembelastungen vermieden werden. Nach Oehmes Worten reicht es völlig aus, etwa zwei Drittel der Muskelkraft einzusetzen, und das bei Sportarten und Betätigungen ohne größere Stoß- und Sprungbelastungen. Tennis beispielsweise ist nicht die richtige Sportart für jemanden, dessen Knie bisweilen oder ständig Schmerzen verursachen. Stattdessen sollte man Wandern, Fahrradfahren, Schwimmen oder Nordic Walking betreiben. Bei Letzterem werden fast sämtliche 700 Muskeln im Körper eingesetzt, beim Wandern sind es 430, beim Radfahren immerhin noch 230.

Werden die Gelenkschmerzen beispielsweise im Knie für den Patienten zum Dauerproblem, ist es höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Oehme empfahl seinen Zuhörern, darauf zu achten, dass nicht nur das Knie untersucht wird. „Wir bitten den Patienten bei der Erstuntersuchung, sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen.“ Nur dann könne festgestellt worden, ob der Schmerz tatsächlich im Knie ausgelöst wird – oder die Ursache in der Hüfte oder im Rücken zu finden ist. Eine große Bedeutung habe die Arbeit der Physiotherapeuten, die den Betroffenen dabei helfen könnten, mit ihrem Handicap besser umzugehen.

Den Gelenkverschleiß könne man nicht stoppen, so Oehme. Allerdings werde an diesem Problem mit gentechnischen Mitteln geforscht. „Vielleicht wird die übernächste Ärztegeneration den Schalter umlegen können.“

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