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Landeszeitung

07. Dezember 2016 | 11:45 Uhr

Hüttener Berge : Automaten-Knacker ließ nicht locker

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Dieb brauchte vier Versuche, um an der Autobahnraststätte Hüttener Berge das Toilettengeld zu stehlen. Bewährungsstrafe von 14 Monaten.

Dreist und abgebrüht – diese Beschreibung passt auf einen Diebstahl mit Sachbeschädigung auf den Autobahnraststätten Hüttener Berge an der A7 auf Alt Duvenstedter Gemeindegebiet vor rund einem Jahr: Während des laufenden Betriebs hebelten die Täter Münzautomaten auf und sackten das Kleingeld ein. Das gestand zumindest einer der beiden gestern vor dem Amtsgericht Rendsburg – und kam dennoch mit einer Bewährungsstrafe davon.

Offenbar war es ein junges Pärchen, das sich am 29. Juli 2015 entschloss, die Automaten aufzuhebeln. Denn der 25-jährige Angeklagte gestand gestern: „Ja, wir haben das gemacht.“ Damit meinte er sich und seine damalige Freundin (26). Doch die war nicht vor Gericht erschienen, sodass entschieden wurde, sie in einem gesonderten Verfahren anzuklagen.

Die Münzen in den Automaten am Eingang zu den Toiletten der Raststätten waren offenbar so verlockend, dass sich der Angeklagte nicht vom ersten erfolglosen Versuch entmutigen ließ. Um 3.17 Uhr vergewisserte er sich, dass sich niemand in den Toilettenräumen der Raststätte Hüttener Berge Ost befand und verdrehte eine Überwachungskamera am Eingang, sodass die Tat nicht aufgezeichnet wurde. Doch nachdem er die Verschlussblende aufgehebelt hatte, scheiterte er an einer zweiten Sicherung des Automaten. Ohne Beute verließ er die Raststätte, aber nur um um 3.33 Uhr den gleichen Versuch in der Raststätte Hüttener Berge West zu unternehmen – ebenfalls ohne an das Geld zu gelangen. Etwa zwei Wochen später kehrten der Angeklagte und nach dessen Aussage seine Freundin zurück. Nun war er jedoch besser vorbereitet. Am 12. August um 2.10 Uhr wurde an der Anlage Ost erneut die Kamera weggedreht, dann aber die Vorhängeschlösser durchtrennt, sodass er an das Geld herankam. Um 5.18 Uhr das gleiche Spiel an der Anlage West. Insgesamt betrug die Beute etwa 550 Euro.

Der Angeklagte gab alles zu. Die Idee sei dem Paar spontan gekommen. Was seine Freundin zu der Diebestour beigetragen haben soll, wurde gestern nicht klar. „Wir hatten Geldprobleme“, sagte er zu seinem Motiv. „Dann habe ich mich ein bisschen beeinflussen lassen, deshalb habe ich mich danach auch von meiner Freundin getrennt“, sagte der 25-jährige Mann aus Hamburg. Seit er eine neue Freundin habe, sei er nicht mehr straffällig geworden.

Der Angeklagte ist seit dem Jahr 2006 bereits mehrfach verurteilt worden, meistens wegen Diebstahls, aber auch wegen Brandstiftung, Körperverletzung und Fahrens ohne Führerschein. Er hat auch schon in Jugendarrest gesessen. Die Taten in der Autobahnraststätte beging er, obwohl er noch eine Bewährungsstrafe offen hatte.

Dennoch wurde er gestern erneut auf Bewährung verurteilt. Er wolle sein Leben nun in den Griff bekommen, beteuerte er gestern. Eine Berufsausbildung hatte er nicht zu Ende geführt, als er noch keine 20 Jahre alt war. „Ich bin damals nicht immer rechtzeitig aus dem Bett gekommen“, sagte er. Aus dieser Zeit ohne Geld stammen ihm zufolge rund 8000 Euro Mietschulden. Aber am 1. August beginne er eine Lehre zum Servicefahrer.

Der Mann wurde zu einem Jahr und zwei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zusätzlich muss er 800 Euro an den Kinderschutzbund bezahlen und eine Schuldnerberatung aufsuchen. Nicht nur sein Geständnis wurde ihm positiv angerechnet, sondern auch, dass er mit einer Lehrstelle gute Perspektiven hat.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 11:47 Uhr

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