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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Aus dem Rathaus in die Fankurve

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auch in den Behörden der Region gibt es eingefleischte HSV-Fans / Restkarten für Partie gegen Lyngby BK Kopenhagen noch erhältlich

Die HSV-Fans aus der Region sind aus dem Häuschen. Der Bundesliga-Dino kommt nach Rendsburg. „Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, der HSV spielt 2016 international, und zwar in Rendsburg, dem hätte ich nur geantwortet: ,Träum schön weiter‘“, sagt Jan Rüther (42). Der Bereichsleiter Finanzmanagement im Amt Eiderkanal geht mit seinem Verein durch dick und dünn. Der Trikot-Sammler ist Vereins–Mitglied, Dauerkartenbesitzer und natürlich bei jedem Heimspiel dabei. „Das volle Programm, 17 mal Mitleiden“, sagt er. Beim Spiel seiner Mannschaft gegen Lyngby Kopenhagen am Montag, 15. August, im Stadion Nobiskrug ist er natürlich auch dabei. Für ihn ist die Begegnung kein x-beliebiges Testspiel. „So kurz vor Saisonstart, da kann man schon die wahre Mannschaft sehen, die dann auch in der Bundesliga aufläuft“, freut er sich.

Einmal ist er seiner großen Fußball-Liebe bereits ganz nah gekommen. Als Mitglied der Fan-Elf durfte er vor Jahren beim damaligen Trainer Frank Pagelsdorf vorspielen. „Wir müssen nicht darüber reden, dass es bei einem Vorspiel blieb“, sagt Rüther und lacht. Die Worte von Kult-Masseur Herrmann Rieger klingen ihm heute noch im Ohr: „Burschi, mach dir nix daraus, das ist nicht so schlimm.“

Rüther hofft, dass sich vielleicht auch noch ein paar Alt-Stars der Rothosen mit auf den Weg an den Nord-Ostsee-Kanal machen. „Auf Uwe Seeler würde ich mich sehr freuen, er ist die Ikone des Vereins schlechthin.“ Der ist auch bei Brigitte Fugmann (60), Leiterin des Fachdienstes Familie, und Hausmeister Ernst-Günter Just (58) im Rendsburger Rathaus Favorit. Die beiden HSV-Fans treffen sich während der Saison immer Montags zur „Spieltagsanalyse“ auf dem Rathausflur. „Es wäre toll, wenn die alten Kämpfer vorbeikämen“, sagt Hausmeister Just. Seeler eben, oder Manni Kaltz vielleicht. „Horst Hrubesch wird es ja wohl nicht mehr schaffen“ scherzt der Hausmeister. Der ist als Trainer der deutschen Olympia-Auswahl nämlich gerade in Brasilien.

Fugmann stammt aus einer fußballverrückten Familie. Ihr Vater ist als junger Mann beim WM-Endspiel in Bern 1954 durch den Zaun gekrochen, um die deutsche Elf siegen zu sehen. Ihre Großmutter drückte in den 60er Jahren Uwe Seeler und dem HSV vor dem ersten Fernsehgerät die Daumen. Gemeinsam mit Ehemann Knud fährt sie immer noch zu drei bis vier Heimspielen des HSV pro Saison. „Das ist leider ganz schön teuer geworden“, sagt sie. Umso mehr freut sie sich, dass die Eintrittskarten für den Stehplatz sie nur zwölf Euro (zuzüglich Vorverkaufsgebühr) gekostet hat. „Und wir können mit dem Fahrrad zum Stadion fahren und müssen nicht stundenlang im Stau stehen.“ Für beide war deshalb sofort klar, dass sie sich das Spiel im Stadion Nobiskrug ansehen werden.

Auch Ernst-Günter Just ist begeistert über das Gastspiel seiner Mannschaft in Rendsburg. „Es kommt ja nicht jeden Tag ein Bundesligist zu uns, und dann auch noch unser HSV“, sagt er. In den vergangenen Jahren musste er als Fan ein paar Mal auf die Zähne beißen, als sein Verein zweimal nur über den Umweg Relegation die Liga halten konnte. „Aber es kommen auch wieder bessere Tage“, ist Just überzeugt. Und die beginnen vielleicht genau jetzt. „Die Investition in junge Spieler ist goldrichtig“, findet er. Deshalb freut er sich besonders darauf, die Neuzugänge Filip Kostic und Halen Halilovic im Stadion Nobiskrug zu sehen.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 11:44 Uhr

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