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Kanaltunnel : Arbeiter kommen zügig voran

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

40 Beschäftigte drücken in der Weströhre aufs Tempo. So viel Baubetrieb war am Tunnel lange nicht.

Die Verantwortlichen scheinen Wort zu halten. Die Sanierung der zweiten Hälfte des Kanaltunnels soll deutlich schneller als Teil eins über die Bühne gehen – so lautete vor Wochen die Ansage der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) und der Baufirmen. Die jüngsten Eindrücke stimmen optimistisch, dass dieses Versprechen eingehalten werden kann. Am Freitag waren nach WSV-Angaben 40 Arbeiter auf der Baustelle aktiv. Die abgesperrten Areale an den Tunneleingängen sind mit Maschinen und Material voll belegt. So viel Baubetrieb war an der B  77 lange nicht.

Was Autofahrer im Vorbeifahren nicht sehen: Die Asphaltdecke in der abgeriegelten Weströhre gibt es nicht mehr, sie fiel der Fräse zum Opfer. Auch die Notgehwege an den Seiten wurden entfernt, ebenso alle Brandschutzplatten. Technische Anlagen, die während der Bauphase nicht benötigt werden, wurden ebenfalls abgeschraubt. Weil Rettungsfahrzeuge die Weströhre im Notfall weiter passieren dürfen, nämlich dann, wenn der Weg durch die Oströhre blockiert ist, bleibt die Beleuchtung zunächst an der Decke. Hochbetrieb herrscht auch dort, wo Autofahrer sich der geschlossenen Tunnelröhre nähern. „Zur Sanierung der Rasterbalkenstrecke an der Nord- und Südseite finden Gerüstbauarbeiten statt“, sagt WSV-Planungsgruppenleiter Sönke Meesenburg. „Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, werden die Rasterbalkenstrecken eingehaust und Arbeitsplattformen geschaffen, wo von aus die Rasterbalken zunächst gestrahlt werden. Anschließend wird der Beton instandgesetzt.“ Auch die Wassersammelbecken im Bereich der Eingänge werden auf diese Weise erneuert.

Ein Ärgernis aus Sicht der Autofahrer bleibt die vollautomatische Höhenkontrolle. Nach Polizeiangaben führte sie seit Jahresbeginn zu 40 Einsätzen. Allein 26 Mal rückten Beamte seit Sperrung der Weströhre Ende Januar aus. Tatsächlich dürfte die Zahl der Blockaden höher liegen. Augenzeugen berichten von Lastwagen-Fahrern, die das Rotlicht einfach ignorieren und die Fahrt durch den Kanaltunnel fortsetzen – unbeobachtet von der Polizei.

Kanalverwaltung und Ordnungshüter verweisen gebetsmühlenartig auf das Gesetz – darauf, dass für den Tunnel eine maximale Durchfahrtshöhe von vier Metern gilt. Die Praxis mit einer ausgelösten Höhenkontrolle alle 1,6 Tage zwingt jedoch zu Änderungen am bestehenden System. Mit der Polizei sei besprochen worden, so Meesenburg, wie die Stoppzeiten der Lastwagen nach Auslösung der Höhenkontrolle reduziert werden können. Ergebnis: An der Nordseite sollen Höhensünder künftig auf die Baustellenfläche geleitet werden. Dort können sie von Polizisten vermessen werden, ohne den Verkehr und die Sicherheit der Beamten zu gefährden. Für den Fall, dass das Fahrzeug tatsächlich zu hoch ist, um den Tunnel zu benutzen, wird es über das Stadtgebiet umgeleitet. Meesenburg: „Das Vorgehen auf der Südseite ist ähnlich, jedoch ist die Ableitung von zu hohen Fahrzeugen dort in der Regel mit rückwärts rangieren verbunden.“

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erstellt am 13.Mär.2017 | 09:40 Uhr

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