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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 01:03 Uhr

Handball-SH-Liga der Männer : Alt Duvenstedt im Tal der Tränen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der Handball-SH-Liga der Männer kassierte der TSV Alt Duvenstedt das 24:25 gegen die HSG Tarp/Wanderup drei Sekunden vor dem Abpfiff. Auch die HSG Eider Harde (19:22 bei der HSG Weddingstedt) und der Büdelsdorfer TSV (26:36 beim TuS Lübeck) verloren.

Das war nicht das Wochenende der Rendsburger Teams in der Handball-SH-Liga der Männer. Im Titelrennen kassierte die HSG Eider Harde mit dem 19:22 (5:10) bei der HSG Weddingstedt-Hennstedt/Delve einen unerwarteten Dämpfer, im Kampf um den Klassenerhalt ließen Aufsteiger Büdelsdorfer TSV mit dem 26:36 (12:15) beim TuS Lübeck und der TSV Alt Duvenstedt mit dem 24:25 (13:14) daheim gegen die bislang noch punktlose HSG Tarp/Wanderup wichtige Zähler liegen.

HSG Weddingst./H./D. – HSG Eider Harde 22:19 (10:5)

Das hatten sie sich bei der HSG Eider Harde ein wenig anders vorgestellt. Ohne Punkte musste das Team von Trainer Matthias Hinrichsen die Heimreise antreten. Zur Pause führten die Gastgeber schon mit 10:5. Nur fünf Tore in einer Halbzeit machen deutlich, woran es in der Weddingstedter Handball-Hölle gehapert hat. Die Liga-Neulinge kauften den Gäste-Angreifern vor rund 350 Zuschauern in einer proppevollen Halle den Schneid ab und stürzten Eider damit von der Tabellenspitze, nehmen nun selbst den Platz an der Sonne ein. „Offensichtlich habe ich es nicht geschafft, die Mannschaft auf das vorzubereiten, was sie hier erwartet hat. Heute hat der bessere Kampfgeist gegen die vermeintlich bessere Mannschaft verdient gewonnen“, gab sich Hinrichsen nach dem Abpfiff selbstkritisch. Die Hausherren attackierten die Eider-Handballer bereits bei zwölf, 13 Metern, verhinderten somit, dass die Gäste zu richtig ernsthaften Torabschlüssen kamen. Über die gesamte Spielzeit liefen die favorisierten Hinrichsen-Schützlinge einem Rückstand hinterher. Teilweise betrug er acht Tore (8:16, 49.). Nur die zahlreichen Paraden der Torleute Gerald Dobratz und Jannik Severin sorgten dabei noch dafür, dass der Rückstand nicht höher ausfiel. Die Weddingstedter machten das, für das sie bekannt sind: kämpfen, beißen, Willensstärke zeigen. Tugenden, die der HSG Eider Harde vermutlich noch öfter in dieser Saison begegnen werden. Schaffen es die Eider-Handballer nicht, kämpferisch dagegenzuhalten, kommt der Vorteil der qualitativ besseren Einzelspieler nicht zum Tragen. Hinrichsen: „Wir müssen unsere Lehren aus so einer Partie ziehen.“

HSG Eider Harde: Dobratz, Severin – Gosch (1), Möller (5), Claußen (1), Oettershagen, Petersen, Weigmann, Greve (2), Oeltjen (3), Ketelsen, Kobs (3), Henrich (3), Bartsch (1).


TuS Lübeck – Büdelsdorfer TSV 36:26 (15:12)

Man könnte nach einer Zehn-Tore-Niederlage missmutiger sein als Patrick Möller. „Es hat trotzdem Spaß gemacht, vor allem die ersten zwanzig Minuten. Und diesen Spaß am Handball wollen wir uns bewahren, auch wenn es viele Dinge zu kritisieren gab und wir hoch verloren haben“, sagte der Büdelsdorfer Spielertrainer. Zunächst sah es auch überhaupt nicht so aus, als sollte der BTSV überhaupt verlieren. Nach 22 Minuten führten die Gäste mit 11:9. Ob es dann die Verletzung Fabian Froeses war, die den Spielfluss unterbrach, ist schwierig zu beantworten. Froese knickte mit dem Fuß um und fuhr noch während der Partie in das Krankenhaus, um sich untersuchen zu lassen. „Gebrochen ist wohl nichts, aber die Bänder werden etwas abbekommen haben“, berichtete Möller. Ein Tor durch Lars Boy Boysen brachte Lübeck den Ausgleich (12:12, 27.), danach leitete der Lübecker Jonas Deelmann mit vier Toren in Folge den Untergang des BTSV ein, dem in dieser Phase um den Pausenpfiff herum lediglich eine Zeitstrafe für Jan Wilhelm „gelang“. „Es war einfach viel zu leicht, unsere Abwehr zu überwinden. Wir haben viel zu viele Würfe zugelassen“, kritisierte Möller. Über 28:20 und 36:26 steuerte Lübeck ungehindert zum Sieg. Mit Matthis Mees erwischte es 20 Minuten vor dem Ende noch einen Büdelsdorfer. Er knickte ebenfalls um und es bleibt abzuwarten, wie schlimm seine Verletzung ist. Möller: „Leider haben uns in der zweiten Halbzeit auch unsere Torhüter nicht mehr so einen Rückhalt gegeben wie in der ersten. So kann man keine Aufholjagd starten, denn jeder Lübecker Wurf war ein Treffer.“

Büdelsdorfer TSV:Martensen, Bednarski – Froese (2/1), Möller (8), J. Wilhelm, Ramm (1), Mees (1), Kiehn (2), G. Wilhelm, Skrzypczak (1), Schmitt (1), Ewert (8/2), Bittrich (2).

TSV Alt Duvenstedt – HSG Tarp/Wanderup 24:25 (13:14)

Drei Sekunden vor dem Abpfiff stürzte der Tarper Mats Brogmus mit dem Treffer zum 25:24 für das bis dahin punktlose Schlusslicht die Gastgeber in ein Tal der Tränen. „Da haben wir die ganze Härte des Sports mitbekommen“, sagte Alt Duvenstedts Trainer Thomas Carstensen niedergeschlagen. Seine Spieler hatten alles daran gesetzt, um nicht zu verlieren, nicht den letzten Ballgewinn der Tarper erfolgreich werden zu lassen. Ganz bewusst hatten sie die Rückraumspieler so eng gedeckt, dass bestenfalls Brogmus als Rechtshänder von Rechtsaußen werfen dürfte. Doch er kam zum Wurf und traf. „Das war brutal“, sagte Carstensen. Im Vorfeld hatte der TSV-Trainer sein Team dazu aufgefordert, die heißen Phasen des Spiels für sich entscheiden zu müssen. „Leider verlieren wir kurz vor der Pause die erste wichtige Phase, als Tarp von 13:11 auf 13:13 ausgleicht und sogar unnötig die Halbzeitführung herstellt“, bemängelte Carstensen. Ärgerlich war auch, dass dem TSV ab der 41. Minute acht Minuten lang kein Tor gelang, sodass Tarp von 18:21 auf 21:21 ausgleichen konnte. Und immer noch hatte Carstensens Mannschaft jede Möglichkeit zu gewinnen. Frederik Klapdor im Tor machte seine Sache sehr gut und auch Kreisläufer Tobias Müller (7 Tore) war gut drauf. Beim Stand von 23:22 (53.) vergab erst Christian Eichstädt einen Siebenmeter, dann landete ein Gegenstoß der Alt Duvenstedter am Pfosten und auch der Abpraller wurde nicht verwertet. „Das waren drei Riesenchancen, die mindestens das Remis gebracht hätten“, glaubt Carstensen. Stattdessen glich Tarp nicht nur aus, sondern schnappte sich auch noch den Sieg. „Wir dürfen nicht aufhören, weiter zu arbeiten. Irgendwann wird es positiv werden und wir gewinnen solche Spiele“, ist sich Carstensen sicher.


TSV Alt Duvenstedt: Klapdor, Siedenburg – Frahm (4), Müller (7), Schwarz, Eichstädt (3/3), Maukel (1), Voß (2), Höpfner, Küch (4), Schroedter (2), Wommelsdorf, Nehls (1), Kock.

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