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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 08:08 Uhr

Elektromuseum : Als die Musik laufen lernte

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zum Internationalen Museumstag dreht sich in Rendsburg alles um die Schallplatte. Im Elektromuseum wird die Ausstellung „Von der Tonrolle zur Schellackplatte“ gezeigt. Führungen und Filme runden das Programm ab.

Wer im Jahr 1900 Musik abspielen wollte, brauchte einiges Fingerspitzengefühl: Erst ordentlich an der kleinen Kurbel des Grammophons drehen, anschließend die Nadel zielgenau an einer Rille der Wachswalze anlegen und diese zum Rollen bringen. Dann musste noch die Geschwindigkeit manuell eingestellt werden – ging das daneben, tönte aus dem Metalltrichter ein jodelähnliches Gedudel.

Die Geschichte der Tonwiedergabe wird am Sonntag, 22. Mai (10 bis 17 Uhr) im Elektromuseum der Schleswig-Holstein Netz AG in Rendsburg lebendig. Zum Internationen Museumstag dreht sich in einer Sonderausstellung alles um Schallplatten. Gezeigt wird die Schau unter dem Titel „Von der Tonrolle zur Schellackplatte und weiter“. Dieser historische Weg der Aufzeichnung von Sprache und Musik begann im Jahr 1877. Damals gelang es dem Amerikaner Thomas Alva Edison erstmals, Töne mithilfe eines Phonographen aufzunehmen und wieder abzuspielen. Der gebürtige Hannoveraner Emile Berliner entwickelte daraus das Grammophon und anschließend die Schellack-Platte. Der Siegeszug der schwarzen Scheiben begann. „Heute werden Schallplatten neu aufgelegt, es werden wieder Plattenspieler hergestellt“, verweist Museumsleiter Winfred Fischera auf die aktuelle Entwicklung.

Doch nicht nur in der Sonderausstellung können die Besucher auf eine nostalgische Zeitreise durch die Musikgeschichte gehen. „Stündlich wird auch unser Prunkstück vorgeführt“, kündigt Fischera an. Dabei handelt es sich um ein elektrisches Klavier der Firma Hupfeld Helios, das 1908 in Hamburg produziert wurde. Das Orchestrion lässt mit Hilfe eines Elektromotors sieben Instrumente wie von Geisterhand gleichzeitig spielen: Klavier, Pauke mit Becken, Schlagzeug, Harfe, Cello-Violine, Xylophon und Flötenregister. Viele Jahre hatte die selbstspielende Instrumenten-Combo im „Etablissement Glück-Auf“ in Audorf gestanden.

Abgerundet wird das Programm am Museumstag mit Führungen, einem Leierkastenmann, der zur Begrüßung spielt sowie einem Gewinnspiel für junge Forscher, die an einem Stand testen können, wie man durch Drehung und Ausdauer Strom erzeugen kann. Zudem hat ein Filmcafé geöffnet. Hier werden neben Kaffee und Kuchen Werbefilme gezeigt – aus der Zeit, als der Flimmerkasten „Fernseher“ die Wohnzimmer eroberte.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 09:00 Uhr

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