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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 03:27 Uhr

Alle hoffen auf Hillary Clintons Sieg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Twisters-Basketballer Martell Collins warnt vor einem Wahlsieg seines Landsmanns Donald Trump / Politiker aus der Region zur US-Wahl

Heute Nacht ist es soweit. Die US-Amerikaner wählen ihren neuen Präsidenten. Selten war ein Wahlkampf so schmutzig und unsachlich. Selten waren zwei Kandidaten so unbeliebt. In Rendsburg herrscht dennoch Einigkeit über den Wunsch-Sieger: Hillary Clinton scheint die bessere Wahl zu sein.

Martell Collins ist sich nicht sicher, ob die Demokratin das Rennen machen wird. Der 24-jährige Basketballspieler ist erst seit August in Deutschland. Aufgewachsen ist er in Milwaukee, Wisconsin. Er kann nicht einschätzen, für wen sich die Menschen in seiner Heimat mehrheitlich entscheiden werden. Wisconsin ist ein „Swing State“, ein US-Bundesstaat, der nicht eindeutig einer der beiden Parteien zugeordnet werden kann. Collins wünscht sich einen Sieg der Demokratin. „Trump als Präsident wäre eine Katastrophe für die afroamerikanische Gesellschaft in den Vereinigten Staaten“, so Collins. „Er wird Amerika nicht zusammenbringen, sondern die Kluften noch weiter aufreißen.“ Clinton hingegen werde seiner Meinung nach neue Jobs schaffen. Der Basketballspieler geht außerdem davon aus, dass Clinton sich der steigenden Polizeikriminalität annehmen und das Strafjustizsystem einer Prüfung unterziehen werde.

Dr. Johann Wadephul, CDU-Bundestagsabgeordneter, hofft, dass die Wechselstaaten zu Hillary Clinton halten werden. „Derzeit kann man optimistisch sein, denn Trump müsste praktisch alle ‚Swing States‘ gewinnen, um Präsident zu werden“, so der Abgeordnete. „Als Außenpolitiker haben mich Trumps Aussagen zur Zukunft der Nato, die Wertschätzung von Russlands Präsident Putin und die Ahnungslosigkeit des Präsidentschaftskandidaten in Bezug auf internationale Zusammenhänge sehr irritiert“, so Wadephul weiter.

Andreas Breitner, ehemaliger Rendsburger Bürgermeister und heute Direktor beim Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen, sieht Trumps außenpolitische Einstellungen ebenfalls kritisch. „Die weltweiten Herausforderungen der Friedenspolitik vertragen keine Experimente und keinen Abenteurer und Spieler im Weißen Haus. Donald Trump macht Politik unberechenbar.“ Diese Unberechenbarkeit ist es, die Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz hoffen lässt, dass Hillary Clinton die Wahl für sich entscheidet. „Ich habe Angst davor, dass jemand mit dieser Unbeherrschtheit weltpolitische Entscheidungen trifft, in denen es um Krieg und Frieden geht“, so Wiemer-Hinz. Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD) befürchtet bei einem Wahlsieg Trumps außerdem Schwierigkeiten für die Wirtschaft. „Wir haben Unternehmen in Rendsburg, die international tätig sind“, so Gilgenast. Er möchte nicht ausschließen, dass Trumps Vorgehen Auswirkungen auf den Raum Rendsburg-Eckernförde haben könnte. Der Schauspieldirektor des Landestheaters, Wolfram Apprich, mag sich einen Wahlsieg Trumps ebenfalls nicht vorstellen. „Ich habe Angst vor den physischen Auswirkungen“, so der Regisseur. „Trump könnte das Rad zurückdrehen und Dinge wieder an die Oberfläche kehren, von denen wir dachten, dass sie längst überwunden seien.“ Homophobie und Fremdenhass seien nur zwei Stichworte. Die Chancen der Kandidaten schätzt auch er 50/50 ein.

Kurz vor der Wahl herrscht Verunsicherung. Trumps Landsmann und Twister-Star Collins wird die Wahl im Internet verfolgen. Er betont: „Ich hoffe wirklich, dass Hillary gewinnt.“

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