zur Navigation springen

Landeszeitung

02. Dezember 2016 | 23:25 Uhr

Demonstrationen genehmigt : AfD-Gegner ziehen durch die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zwei genehmigte Demonstrationszüge gegen den Landesparteitag der „Alternative für Deutschland“ führen heute mitten durch Rendsburg.

„Mit Tai Chi Chuan entspannt und gelassen ins Wochenende“. Ausgerechnet dieser Kursus hätte heute Vormittag in der Volkshochschule an der Arsenalstraße starten sollen. Daraus wird nun nichts, er wurde nach Büdelsdorf verlegt. Wegen der angekündigten Proteste aus der linken Szene gegen den Landesparteitag der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) wurden alle Veranstaltungen im Tagungs- und Kulturzentrum „Hohes Arsenal“ aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Stadtbücherei und Museen in dem Komplex bleiben geschlossen. Mehrere hundert Demonstranten aus der linken Szene werden erwartet. Krawalle sind nicht ausgeschlossen.

Organisiert werden die Gegenproteste zum Landesparteitag vom antifaschistischen Aktionsbündnis „Nationalimus ist keine Alternative“ (Nika). Deren Sprecher meldete sich gestern auf Anfrage zu Wort. „Unser Ziel ist es, unseren Protest so bunt, laut und vielfältig wie möglich auf die Straße zu tragen“, mailte Lasse Winter. Man mobilisiere die Teilnehmer per Blog und über soziale Netzwerke. Aufkleber und Plakate seien auch außerhalb von Schleswig-Holstein verteilt worden. Die Kampagne richte sich gegen alles, wofür nach Auffassung des Nika-Bündnisses die AfD stehe: „Offener Rassismus, soziale Spaltung, sexistisches, homophobes und antiquiertes Geschlechter- und Familienbild, nationalistisch-völkische Ideologie und Offenheit für Neonazis.“

Zwei Demonstrationszüge und mehrere Kundgebungen wurden vom Kreis Rendsburg-Eckernförde unter Auflagen genehmigt. Die Teilnehmer versammeln sich um 9 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Um 9.30 Uhr geht es über die Materialhofstraße (Polizei stoppt den Verkehr) in Richtung Paradeplatz. Genehmigte Kundgebungsfläche ist das Parkgelände vor dem Hauptportal des Niederen Arsenals. Dort wollen die AfD-Gegner mit Live-Musik und anderen Aktionen auf sich aufmerksam machen. Um 13 Uhr setzt sich ein weiterer Demonstrationszug in Bewegung. Über die Tangente wird der Schiffbrückenplatz angesteuert. Weil zu diesem Zeitpunkt der Wochenmarkt in den letzten Zügen sein dürfte, dürfen sich die Demonstranten nur auf der benachbarten Fläche neben der Schiffbrückengalerie aufhalten, um eine Zwischenkundgebung abzuhalten. Die weitere Route führt über Hohe Straße, Altstädter Markt und Stegen bis zum Theater. Auf dem Vorplatz startet die Abschlusskundgebung – wenn denn alles nach Plan verläuft. Für Sonntag haben die Veranstalter keine Demonstrationen angemeldet.

Fraglich ist, ob und wie viele gewaltbereite Demonstranten nach Rendsburg kommen. Rainer Wetzel, Sprecher der Polizeidirektion Neumünster: „Unser wichtigstes Ziel ist es, die direkte Konfrontation mit den Konfliktparteien zu verhindern.“ Auch die sichere Anreise der AfD-Mitglieder werde gewährt. Da sich Aktivisten der Hamburger Roten Flora angekündigt haben, ist die Polizei alarmiert. Die Autonomen haben in der Vergangenheit immer wieder versucht, in kleinen Gruppen die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Zu ihrem taktischen Vorgehen für diesen Fall schweigt die Polizei. Sicher ist nur: Da Teile der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin im Einsatz sind, kommen auch ihre Wasserwerfer.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Sep.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen