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Landeszeitung

03. Dezember 2016 | 18:47 Uhr

Büdelsdorf : ACO macht vier EM-Stadien regenfest

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Französische Architekten- und Planungsbüros setzen auf Entwässerungstechnik aus Büdelsdorf.

Die Franzosen haben ein Faible für Prestigeprojekte. Das Stade de France in Saint Denis ist eines davon. Es bietet Platz für 81  000 Zuschauer. Auf dem Rasen des größten Stadions im Land der Austern und des Eiffelturms wird am 10. Juli das Finale der Fußball-Europameisterschaft ausgetragen. In dem hochmodernen Bau vor den Toren Paris’ steckt auch Know-How aus Deutschland. Die ACO-Gruppe aus Büdelsdorf lieferte für Saint Denis und drei weitere EM-Stadien die Entwässerungstechnik.

Brunhild Schmidtke (52) kennt sich aus mit Regenwasser und wie man es am schnellsten los wird. Die Diplom-Ingenieurin ist bei ACO dafür zuständig, Sportstätten mit Rinnen, Einlaufkästen und Sandfängen auszustatten und die Pläne dafür zu entwerfen. Vor acht Jahren, kurz nachdem Frankreich als Austragungsort der EM auserkoren worden war, begannen die Vorbereitungen. ACOs französische Tochtergesellschaft nahm Kontakt mit den Planungsbüros auf. Neben den Architekten von Saint Denis entschieden sich die Verantwortlichen für die EM-Spielorte Bordeaux, Lyon und Toulouse für eine Zusammenarbeit mit den Büdelsdorfer Entwässerungsexperten.

Dabei war den Franzosen nur das Beste gut genug. So lautete eine der Vorgaben für die größten Spielstätten: Die Entwässerungsanlagen dürfen selbst vor einem sehr starken Unwetter, wie es nur einmal innerhalb von zehn Jahren auftritt, nicht kapitulieren. Technisch bedeutet das, dass die Rinnen und Abläufe mit Niederschlägen von 300 Litern pro Sekunde und Hektar zurechtkommen müssen. Brunhild Schmidtke hilft, diesen Wert einzuordnen: „Der Scheibenwischer eines Autos wäre ab 60 Liter pro Sekunde überfordert.“

Ein- oder zweimal sei sie in Frankreich gewesen, um sich vor Ort einen Überblick zu verschaffen, sagt die Ingenieurin. Der Großteil der Kommunikation lief jedoch über E-Mails und Telefonkonferenzen. Hilfreich war ebenso, dass die ACO-Tochtergesellschaft im französischen Notre Dame de I’Isle mit im Boot saß. Über diese Gesellschaft, bei der 130 Menschen beschäftigt sind, wurden sämtliche Aufträge abgewickelt. Brunhild Schmidtke: „Das war eine Super-Zusammenarbeit.“

ACO zählt seit Jahrzehnten zu den Ausrüstern großer Sportstätten. Während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wurde die Leistungsfähigkeit der Büdelsdorfer Technik sogar im ZDF-„Heute-Journal“ erwähnt. Anlass: Kurz vor dem Spiel Deutschland gegen die USA war über den Spielort Recife ein Starkregen niedergegangen. Während außerhalb des Stadions viele Straßen überflutet wurden, leiteten rund um das Spielfeld installierte ACO-Rinnenstränge das Regenwasser zügig ab. Das Spiel konnte stattfinden. Deutschland gewann mit 1:0.

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erstellt am 09.Jun.2016 | 09:50 Uhr

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