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Landeszeitung

25. September 2016 | 19:21 Uhr

Trickdiebe : 91-Jährige verliert 41 000 Euro durch Enkeltrick-Betrug

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Appell der Polizei an Angehörige, Senioren über die Gefahr aufzuklären.

Erst im Sommer hatte die Polizei vor den Tricks und Machenschaften skrupelloser Telefon-Trickbetrüger gewarnt. Trotzdem haben Kriminelle jetzt wieder ein Opfer gefunden – und dabei fette Beute gemacht: Eine 91-jährige Frau aus Rendsburg übergab einem sogenannten Enkeltrick-Betrüger in dieser Woche insgesamt 41  000 Euro.

Am Dienstag hatte sich ein angeblicher Neffe bei der Seniorin gemeldet. Am Telefon bat er sie um Geld für ein Auto. Der Frau fiel nach Angaben der Polizei zwar die veränderte Stimmlage des vermeintlichen Neffen auf. Dennoch verwarf die 91-Jährige ihre anfängliche Skepsis und hob bei ihrer Bank eine Summe von über 40  000 Euro vom Konto ab. Ein angeblicher Bote holte das Geld später bei der Rentnerin zu Hause ab. Dabei fragte er noch nach weiterem Geld – woraufhin ihm die Geschädigte noch einmal 1000 Euro aushändigte. Die Tochter des Opfers meldete den Betrug der Polizei.

Vor dem Hintergrund des tragischen Falls appellierte ein Polizeisprecher an Familien, ältere Menschen vor Enkeltrick-Betrügern zu warnen. Aufgrund eines Telefonats dürfe man nie sofort Geld an eine dritte Person übergeben, sagte Sönke Petersen. „Suchen Sie sich in der Familie oder auch im Bekanntenkreis eine Vertrauensperson, mit der zuvor auf jeden Fall gesprochen werden sollte.“ Zumal die Täter oft äußerst raffiniert vorgehen. Im Frühsommer hatte eine Betrugswelle mit fingierten Anrufen angeblicher Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes für Schlagzeilen gesorgt. Auch diese Masche zielt darauf ab, dass die Opfer ihr gesamtes Vermögen bei der Bank abheben und Depots auflösen. Um echt zu wirken, wenden die Betrüger eine technische Finte an. Ihnen gelingt es, die Telefonnummer des Bundeskriminalamtes oder einer Polizeidienststelle auf das Telefondisplay des Angerufenen zu übertragen.

Matthias Behrens von der Rendsburger Kriminalpolizei berichtet von einem weiteren aktuellen Fall aus dem Raum Rendsburg, bei dem erneut falsche Polizisten am Telefon versuchten, sich das Vertrauen zu erschleichen und Kontodaten herauszufinden. In diesem Fall war eine Frau das Opfer. Als sich nach zwei Anrufen herausstellte, dass sie nicht allein lebt, ließen die Täter nicht mehr von sich hören. Auch Behrens rät bei dubiosen Anrufen fremder Menschen zu äußerstem Misstrauen. Schon beim kleinsten Verdacht sei der Notruf 110 zu wählen. In jedem Fall sei es richtig, eine Person des Vertrauens in die Angelegenheit einzuweihen.

Während ein Enkeltrick-Betrug in Bordesholm am Dienstag scheiterte, weil eine 83-Jährige klug reagierte und die Polizei alarmierte, wird im Fall der 91-jährigen Rendsburgerin weiter ermittelt. Untersucht wird auch, warum eine Summe in dieser Höhe in einer Rendsburger Bank ausgezahlt wurde. Größere Mengen Bargeld wechseln in den Filialen nur selten den Besitzer. Bei aller geforderten Diskretion gegenüber den Kunden sind die Mitarbeiter in solchen Fällen angehalten, sich nach den Hintergründen zu erkundigen. Der 91-Jährigen wurde das Geld ausgehändigt. Jetzt ist es für immer weg.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 09:23 Uhr

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